Chaos | Der Dienstag dichtet KW15/2021

Irgendwie weiß ich selbst nicht richtig, was ich da heute geschrieben habe. Es floss einfach so aus mir raus. Dass ich mich momentan in einem Gefühlschaos befinde, ist mir bekannt. Aber ich glaube, dieses Gedicht – wenn man es denn so nennen kann – lässt ziemlich tief in meine Seele blicken. Ich fühle mich, als würde ich von außen durch ein Fenster in mein Herz hineinsehen. Nur, von außen lässt sich ein Fenster nicht öffnen. Muss ich es einschlagen, um an meine Gefühle heranzukommen?

Die Aktion „Der Dienstag dichtet“ stammt von der lieben Katharina von Katha kritzelt. Dabei wird jeden Dienstag ein Gedicht gepostet. Die anderen teilnehmenden Blogs findest du auf Katharinas Blog.

Banner zu "Der Dienstag dichtet"
Copyright: Katha kritzelt

Chaos

chaos
herrscht in mir.
ich kann keinen
klaren gedanken
fassen.
wohin soll
ich mich
wenden?
was gibt mir
halt und
sicherheit?
ich lese im
großen und
kleinen arkana.
es sagt: höre
auf dein herz.
oder doch lieber
den gesunden
menschenverstand?
rastlos werfe
ich mich
hin und her.
ich will der
stimme meiner
seele lauschen,
doch sie stottert.
wie kann ich
einen ausgang
finden, wenn doch
alles um mich
herum zerfällt?
die mauern,
die ich
einst baute,
sorgfältig
stein für stein,
sie brechen,
zerbröseln
wie mörtel
in der sonne.
was einst die
fugen des
zweifels schloss,
platzt auf.
risse schlängeln
sich hindurch.
wenn alles
zerbricht
woran soll
ich mich
dann noch
halten?


Hier findest du all meine Gedichte.

Achtung!

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7 Kommentare

  1. Diese Zweifel oder Selbstzweifel überfallen wohl jeden einmal. Das einzige Rezept, was ich kenne, heißt: durchhalten, nicht aufgeben. Wenn die (selbst gesetzten) Mauern einfallen, dann gibt es auch einen Weg nach draußen, dann sieht man irgendwo wieder ein Licht oder eine Spur der Hoffnung.

    Und das Niederschreiben ist der erste Schritt, dass einem diese Situation bewusst wird. Und wenn man sich dann noch nach außen hin öffnet, mitteilt, dann hat man schon den nächsten Schritt gemacht.

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Emma,
    danke dir für deinen Mut, das zu schreiben.
    Da hat Werner schon recht, wenn er sagt, dass das Niederschreiben ein wichtiger Schritt ist.
    Manchmal hilft – zumindest für mich – nur abwarten. Dass das schwierig ist, weiß ich aus eigener Erfahrung, aber ich weiß auch, dass drängen und suchen mir nicht hilft.
    Was mich an deinem Text trotz allem hoffnungsvoll stimmt: Deine Mauern zerbröseln in der Sonne.
    Herzliche Grüße
    Judith

    Gefällt 1 Person

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