Berta | #WritingFriday

Triggerwarnung: Abstoßende Details, Tod, Leiche, Blut

Es ist wieder Freitag in einer Woche, in der ich kein neues Blogromankapitel veröffentlicht habe. Das bedeutet, dass ich mich wieder dem #WritingFriday von der lieben Elizzy von read books and fall in love widmen kann.

Jeden Monat bekommen wir bei dieser Schreibaktion fünf Schreibaufgaben an die Hand, aus der wir uns immer freitags eine aussuchen und darüber schreiben dürfen. Die Liste mit den Schreibthemen für Oktober, sowie die Regeln und alle teilnehmenden Blogs findest du hier.

Mein heutiges Schreibthema lautet:

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Er zog genüsslich das Messer aus ihrer Brust, wischte es ab und …“ beginnt.

#WritingFriday 2020
Grafik: Elizzy

Berta

Er zog genüsslich das Messer aus ihrer Brust, wischte es ab und seufzte. »Tut mir leid, Berta. Aber das musste sein.«

Er betrachtete die Tote, strich ihr über die Brust. Sie war noch warm, aber nicht mehr lange. Er wusste Bescheid, schließlich hatte er so etwas nicht zum ersten Mal gemacht.

Es war ihm gewiss nicht leichtgefallen, aber die Not hatte ihn dazu gezwungen. Er seufzte wieder. Er musste sie ins Haus schaffen, am besten, bevor die Kinder nach Hause kamen. Sie sollten Berta nicht so sehen.

Er trug sie über den Hinterhof nach drinnen. Ihr Kopf hing schlaff herunter und ihre trüben Augen starrten ins Leere. In Gedanken sah er, wie Berta mit den Kindern spielte. Sie hatten sich so gut verstanden. Wer hätte gedacht, dass das alles einmal so ein Ende nehmen würde?

Im Haus legte er sie auf den Küchentisch, an dem er am meisten Platz hatte. Zuvor hatte er die Tischplatte mit einer Wachsdecke abgedeckt. Diese sollte verhindern, dass das Blut, das noch immer aus Bertas Brust rann, hässliche Flecken hinterließ.

Unschlüssig stand er da und betrachtete die Tote. Die Kinder würden nach ihr fragen. Er musste sich eine gute Geschichte einfallen lassen. Sie durften nicht einmal ahnen, dass Berta tot war, geschweige denn, dass er seine Finger im Spiel hatte. Er zückte wieder sein Messer. Er musste Berta zerteilen. Ganz brachte er sie nicht in den Gefrierschrank. Zuerst musste er aber noch … Tränen traten ihm in die Augen. Nach und nach legte er ihre blasse Haut frei, bis sie völlig nackt und schutzlos vor ihm lag.

Das Messer machte ein schmatzendes Geräusch, als er ihre Muskeln durchtrennte. Blut! Er verzog das Gesicht. Er tat das wirklich nicht gerne, aber …

Eine Stunde später lag Berta zerkleinert im Gefrierschrank. Es würde den Kindern nicht auffallen, dass es sich um Berta handelte, sollten sie doch unerwartet einen Blick hineinwerfen. Er würde sie zu Klein Hänschens fünftem Geburtstag zubereiten. Fleisch, endlich wieder Fleisch! Seit Wochen hatten sie sich nur von Hirsebrei und Wasser ernährt. Aber ein Geburtstag war doch ein guter Anlass um die beste Freundin seiner Kinder umzubringen. Klar, sie würden sich wundern, wohin sie verschwunden war. Aber keiner würde auch nur im geringsten ahnen, dass das, was sie auf dem Teller hatten …

Eine Tür fiel zu und Kinderfüße rannten über den Dielenboden. Groß Heidi kam in die Küche, gefolgt von ihrem kleinen Bruder.
»Papa!«, rief Heidi. »Hast du die Henne Berta gesehen?«


Du möchtest mehr von mir lesen? Hier findest du alle meine Beiträge zum #WritingFriday.

Achtung!

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6 Kommentare

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