Blogroman | Freche Mädchen küssen besser | 42. Kapitel

Ich muss mich bei dir entschuldigen. Dieses Kapitel geht zwei Tage zu spät online. Ich hatte den Blogroman nicht vergessen, mir ging es nur die letzten Tage nicht so gut. In Zukunft werde ich versuchen, die Kapitel wieder vorzuschreiben, damit ich solche Situationen ausgleichen kann. Es tut mir leid, dass ich dich habe warten lassen. :(

Freche Mädchen küssen besser YA Young Adult Lesbian Romance Blogroman von Emma Escamilla

Ich finde es interessant, wie Claudia bei meinen Lesern ankommt. Manche finden sie klasse und shippen sie und Dany fast noch mehr als Dany und Sam, während andere sie überhaupt nicht leiden können. Ich kann beide Seiten verstehen. Claudia verhält sich oft wirklich scheiße. Auf der anderen Seite ist sie aber auch eine wahnsinnig interessante Figur. Sie scheint selbst nicht richtig zu wissen, was sie will. Mag sie Dany wirklich? Oder geht es ihr nur darum, sexuelle Erfahrungen mit einer Frau zu machen? Was sind ihre wahren Absichten? Und wieso verhält sie sich so widersprüchlich?

Im heutigen Kapitel kommt es zu einem heftigen Streit zwischen Claudia und Uli, der damit endet, dass Dany eine schwere Entscheidung treffen muss. Neugierig? Dann lies gleich weiter! ;)

Und wenn du möchtest, kannst du mir gerne dein Feedback dalassen. Da freue ich mich immer darüber (entweder in den Kommentaren oder per E-Mail).

Du findest das Kapitel auch in Kürze auf Wattpad, Sweek und FanFiktion.de.

Du hast die vorherigen Kapitel noch nicht gelesen? Dann kommst du hier zur Übersicht.

CW: Streit, Mobbing, Verletzung

42. Kapitel: Schwere Entscheidung

»Oh nein, das sieht echt heftig aus«, sagt May. Sie und Lis begutachten mitleidig meine geschwollenen Finger.
»Ich weiß.« Ich versuche, mit der unverletzten Hand meine Jacke überzuziehen.
Lis kommt mir zur Hilfe. »Irgendwie hast du eine Tendenz dazu, dich zu verletzen. Erst die Sache mit dem kochenden Wasser, jetzt das. Du musst besser auf dich aufpassen«, bemerkt sie.
»Ich weiß«, wiederhole ich mich.
Lis breitet die Arme aus und drückt mich an sich. »Nicht falschverstehen, ja? Ich mache mir nur Sorgen. Wenn du willst, dass wir mitkommen ins Krankenhaus, musst du es nur sagen.«
»Nein, ich gehe mit Uli. Aber danke für das Angebot.«
Lis nickt verständnisvoll und hilft mir noch, meine Schuhe zuzubinden. Schließlich bin ich bereit und verabschiede mich von meinen Freundinnen. »Hoffen wir, dass nichts gebrochen ist. Dann sehen wir uns in ein paar Stunden.«
»Viel Glück«, sagt May und hält die gedrückten Daumen in die Luft.
»Und gute Besserung«, fügt Lis hinzu.
***
Ich eile den Flur entlang. Sicher wartet Uli schon auf mich. Meine Gedanken sind noch bei Lis und May und ein sanftes Lächeln legt sich auf meine Lippen. Eigentlich sind die beiden wahre Freundinnen, auch wenn sie mir manchmal auf die Nerven gehen. Vielleicht ist das in einer guten Freundschaft so. Vielleicht muss man sich manchmal zanken, damit man am Ende merkt, wie wichtig man sich eigentlich ist.
Uli wartet im Treppenhaus auf mich und trippelt unruhig auf und ab. »Da bist du ja endlich. Ich hab schon gedacht, du bist ohne mich aufgebrochen.«
»Tut mir leid, ich habe mich mit Lis und May verquatscht.«
Uli macht eine wegwerfende Handbewegung. »Ist schon okay. Gehen wir? Das Taxi wartet bestimmt schon.«
Ich nicke und wir setzen uns in Bewegung.
»Wie ist das mit deiner Hand eigentlich genau passiert?«, will Uli wissen. »Du hast gesagt, sie hätte ›die Wand geküsst‹. Hat dich jemand dermaßen zur Weißglut gebracht?«
Verdammt, was soll ich Uli denn darauf antworten? Ich kann ihm unmöglich die Wahrheit erzählen. Er würde nicht verstehen, warum ich ausgerechnet mit seiner Erzfeindin etwas anfange. Claudia hatte ihn schon die ganze Zeit auf dem Kieker. Wenn er erfährt, dass ich Zeit mit ihr verbracht habe, wird er ausflippen. Fieberhaft grüble ich nach einer Ausrede, als ich eine mir bekannte Stimme höre.
»Dany, warte!«
Wenn man vom Teufel spricht, beziehungsweise denkt. Was will sie von mir? Hat sie kapiert, wie bescheuert sie sich mir gegenüber verhalten hat? Wie auch immer, ich bin sauer auf sie und muss ihretwegen sogar ins Krankenhaus. Auf irgendwelche dämlichen Erklärungsversuche habe ich gerade wirklich keine Lust. Also ignoriere ich sie und setze meinen Fuß auf die oberste Treppenstufe. Genau in dem Moment packt mich Claudia am Arm und hält mich fest. Ich strauchle, versuche das Geländer zu packen, doch sofort jagt ein stechender Schmerz durch meine verletzte Hand. Ich lasse reflexartig los, rechne damit, gleich die Treppe hinunterzustürzen.
Claudia kreischt, ihre Arme schließen um meinen Oberkörper. »Ich hab dich, Dany. Ich hab dich.«
Meine Füße finden Halt und ich klammere mich – diesmal mit der unverletzten Hand – am Geländer fest. Ich drehe den Kopf. Claudias Gesicht ist meinem so nah, dass ihr Atem über meine Wangen streift. Wir schauen uns tief in die Augen und obwohl ich sie am liebsten zusammengestaucht hätte, bekomme ich kein Wort über die Lippen. In Claudias Blick liegt so viel Reue, Schmerz und Angst, dass ich einfach nicht mit ihr schimpfen kann.
»Du kannst mich loslassen«, flüstere ich, doch Claudia regt sich nicht, starrt mich weiter an und hält mich fest.
»Mensch, Claudia. Deinetwegen wäre Dany beinahe die Treppe runtergefallen. Sie hätte sich das Genick brechen können.« Uli schnaubt.
»Hat sie aber nicht. Ich würde nie zulassen, dass sie sich verletzt.« Claudias Augen glitzern und ihre Mundwinkel heben sich. »Ich würde sie immer retten.«
»Was laberst du da?«, fragt Uli ungehalten.
Augenblicklich löst sich Claudia von mir und ihre Miene verdüstert sich. Sie funkelt Uli wütend an und faucht: »Misch dich nicht in anderer Leute Angelegenheiten ein.«
»Was denn für Angelegenheiten? Ich wollte nur wissen, was du da für eine Scheiße laberst. Lass Dany gefälligst in Ruhe. Wir haben jetzt keine Zeit für deine Gemeinheiten.«
Darauf weiß Claudia nichts mehr zu erwidern. Uli wendet sich mir zu: »Geht’s dir gut? Hat sie dir wehgetan?«
»Ich – nein, alles gut. Sie hat mir nicht wehgetan.« Ich atme tief durch und füge leise hinzu: »Zumindest nicht so, wie du denkst.«
Uli legt seinen Arm um mich. Zu meiner Überraschung riecht er nicht nach Schweiß, sondern einem herben Männerduft.
»Komm, Dany. Wir müssen jetzt wirklich los«, sagt er und wirft Claudia einen wütenden Blick zu. Sie kneift die Lippen zusammen und ihre Augen huschen von Uli zu mir und zurück. Wir wenden uns ab und steigen die Treppe hinab.
»Dany, bitte. Wir müssen reden. Es ist dringend«, ruft Claudia uns hinterher. Als wir nicht reagieren, höre ich sie die Stufen hinabrennen.
Uli bleibt stehen, verdreht die Augen und stöhnt: »Jetzt lass uns endlich in Ruhe. Wir müssen ins Krankenhaus. Du kannst später wieder rumstänkern – oder es einfach gleich lassen.«
»Erstens will ich nicht rumstänkern, sondern nur mit Dany reden und zweitens, wieso müsst ihr ins Krankenhaus?«
Zur Antwort halte ich meine verletzte Hand hoch. »Wir müssen sie röntgen lassen«, erkläre ich. »Und das Taxi wartet auf uns. Wenn du jetzt also bitte gehen würdest?«
»Können wir dann später reden? Wenn du zurück bist?«
»Vielleicht. Wenn sie mich nicht gleich dortbehalten.«
»Okay, okay«, japst Claudia und geht auf Uli zu. »Würdest du mich bitte mit Dany ins Krankenhaus fahren lassen? Dann können wir auf dem Weg dorthin reden. Bitte! Es ist wirklich wichtig.«
Uli sieht sie völlig perplex an, dann bricht er in lautes Gelächter aus. »Du willst mit Dany ins Krankenhaus? Um mit ihr zu reden? Ist das dein Ernst?«
Claudia stemmt die Hände in die Hüften. Mir fällt auf, dass ihre Fingernägel nicht wie sonst perfekt manikürt, sondern bis zur Fingerkuppe abgekaut sind. Doch mir bleibt keine Zeit, mich darüber zu wundern, denn meine Affäre und mein bester Freund beginnen lautstark zu diskutieren.
»Ja, und wie das mein Ernst ist. Zufällig kommen Dany und ich in letzter Zeit ganz gut miteinander aus.«
Uli rollt mit den Augen und verzieht das Gesicht. »Das glaubst du doch selbst nicht. Du hast uns immer nur schikaniert. Wieso sollte Dany plötzlich mit dir auskommen?«
Claudia zieht die Augenbrauen hoch. »Vielleicht, weil Dany auf Frauen steht und ich ziemlich heiß bin?«
Uli starrt sie einen Augenblick entgeistert an, dann lacht er wieder. »Du bist ganz schön narzisstisch und eingebildet. Auf so eine würde Dany niemals reinfallen. Nicht wahr, Dany?«
Ich schlucke. Die Situation wird immer brenzliger. Anstatt auf Ulis Frage zu antworten, stammle ich: »Das Taxi … wir müssen …«
»Ich bin überhaupt nicht eingebildet. Ich weiß nur, was ich zu bieten habe und setze meine Reize gekonnt ein. Ganz im Gegensatz zu dir.«
»Was soll das denn heißen?«, poltert Uli.
»Dass du bestimmt noch Jungfrau bist. Hab ich recht?«
Uli wird knallrot im Gesicht. In meiner Vorstellung sehe ich Dampf aus seinen Ohren und Nasenlöchern strömen. »Das geht dich überhaupt nichts an!«, brüllt er.
Claudia grinst selbstgefällig. »Also habe ich recht. Wer will schon so einen Rollmops wie dich?«
Uli hebt drohend die Faust. »Noch ein Wort und ich schlag dir deine aufgetakelte Visage ein.«
»Okay, das reicht!« Mit einem Satz springe ich zwischen die beiden Streithähne. »Uli, Claudia, beruhigt euch. Ihr könnt euch wann anders streiten. Jetzt muss ich zum Arzt. Wer von euch beiden begleitet mich jetzt?«
»Ich!«, rufen Uli und Claudia wie aus einem Mund.
Ich seufzte.
»Du fährst mit ihr bestimmt nicht ins Krankenhaus. Da muss ich ja um sie Angst haben.« Ulis Gesicht glüht noch immer.
»Musst du gar nicht. Ich würde Dany nie etwas antun.«
»Du hast ihr bereits so viel angetan. Das ganze Mobbing und-«, beginnt Uli.
Claudia hebt die Hände. »Na gut, dann lassen wir Dany eben selbst entscheiden, mit wem sie ins Krankenhaus fahren möchte.«
»Von mir aus. Also, Dany. Willst du mit mir zum Arzt oder dieser arroganten Schnepfe?«
Die Blicke der beiden ruhen auf mir. Verdammt, das wird ja immer schlimmer. Wie soll ich mich entscheiden? Uli ist mein bester Freund und ich will ihn auf keinen Fall verletzen. Auf Claudia bin ich eigentlich sauer, aber ich möchte wissen, was sie mir zu sagen hat. Vielleicht entschuldigt sie sich ja. Auch wenn sie sich wirklich mies verhalten hat, muss ich mir eingestehen, dass sie mir nicht egal ist. Warum, kann ich mir selbst nicht erklären.
»Also?«, reißt Claudia mich aus den Gedanken.
Ich öffne den Mund, doch mehr als ein »Ähm, also …« bekomme ich nicht heraus.

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