Blogroman | „Freche Mädchen küssen besser“ | 37. Kapitel

Huhu ihr Lieben,

heute geht es mit meinem YA Lesbian Romance Blogroman „Freche Mädchen küssen Freche Mädchen küssen besser YA Young Adult Lesbian Romance Blogroman von Emma Escamillabesser“ weiter. Tut mir leid, dass ich das neue Kapitel erst so spät hochlade, aber ich habe das Kapitel erst letzte Nacht geschrieben und kam dann nicht mehr früher dazu, es Korrektur zu lesen. Aber jetzt ist es ja da. :)

Das heutige Kapitel ist etwas düster, weil Dany sehr viel Schmerz, Enttäuschung und Unsicherheit ausgesetzt ist. Doch am Schluss kommt es zu einer Wendung, die wohl keiner hat kommen sehen – Dany selbst am allerwenigsten.

Natürlich werde ich das Kapitel auch schnellstmöglich wieder bei Wattpad, Sweek und FanFiktion.de hochladen, falls du es lieber dort lesen möchtest.

Jetzt aber viel Spaß mit dem 37. Kapitel „Rache ist süß“.

37. Kapitel: Rache ist süß

“Nicht genug?”, keuche ich. “Wieso nicht? Was ist los, Sam? Das mit meinem Vater ist doch nur ein Vorwand, oder?”
“Ich kann das nicht … sorry.” Sie lässt mich los und rennt auf das Schuldgebäude zu.
Ich sehe ihr mit Tränen in den Augen hinterher. Was kann sie nicht? Mit mir reden? Das war bisher nie ein Problem. Sie weiß doch, dass sie mir vertrauen kann. Ist sie doch in Claudia verliebt? Oder vielleicht in Emily? Hat Sabine irgendwas Abschreckendes zu ihr gesagt, als sie sie heimfuhr? Ich seufze und finde mich für den Moment damit ab, dass ich aus meiner Ex-Freundin nicht schlau werde. Widerwillig setze ich mich ebenfalls in Bewegung und mache mich auf den Weg zu unserem Zimmer. Mit jedem Schritt wird mein Herz schwerer. Ich kämpfe mit einem Heulkrampf, der versucht, hochzukommen. Es tut so weh. Sam liebt mich und trotzdem können wir nicht zusammen sein? Das verstehe ich nicht. Das Gefühl, dass ich irgendetwas falsch gemacht habe, wird immer heftiger. Aber wieso kann sie es mir nicht einfach sagen? Kommunikation ist meist die beste Lösung, wenn man sich streitet. Und Sam kam mir bisher nicht vor wie eine, die nach dem ersten Streit gleich abhaut. Was ist passiert, das sie so eine drastische Entscheidung gefällt hat, ohne vorher mit mir darüber zu sprechen? Wieso tut sie mir das an? Fragen über Fragen wirbeln durch meinen Kopf und ich versuche verzweifelt, die Oberhand über meine Gedanken zu gewinnen. Ich muss mit Sam reden. Auch wenn sie es nicht will, ich muss es nochmal versuchen. Vielleicht ist sie ja etwas offener, wenn Lis und May anwesend sind. Vielleicht fühlt sie sich dann sicher. Ich kann es nur hoffen. Ich beschleunige mein Tempo, renne die Treppenstufen hinauf. Ich möchte das Gespräch so schnell es geht hinter mich bringen. Ich muss sie einfach überzeugen, dass sie mir die Wahrheit sagt. Sonst finde ich nie wieder Ruhe.
Ich erreiche unser Zimmer und schließe auf. Was ich dann sehe, lässt mich vor Schreck erstarren.
“Was machst du da, Sam?”, rufe ich panisch und schlage die Tür lauter hinter mir zu, als ich beabsichtigt habe.
“Das siehst du doch. Ich packe.” Sie sieht nicht mal auf und faltet weiter ihre T-Shirts zusammen, die auf Lis’ Bett verteilt liegen. Meine beiden weiteren Zimmergenossinnen sitzen noch immer seelenruhig auf dem Boden und schauen Titanic. Die traurige Musik passt perfekt zu meiner Stimmung und macht alles nur noch schlimmer.
“Hallo? Ich glaube, ich spinne!” Mir kommt das alles unreal vor, als sei ich selbst Teil eines Films. Wieso unternehmen Lis und May nichts dagegen? Und wieso packt Sam ihre Sachen? “Willst du das Zimmer wechseln?”, frage ich meine Ex und jetzt schaut sie endlich auf.
Ihr Gesicht ist wie versteinert, ihre Lippen schmal, die Haut blass. “Mein Vater ist in Deutschland und holt mich morgen ab.”
“Er holt dich ab … aber wieso? Wir haben doch gar keine Ferien?”
“Ich schon.” Sam widmet sich wieder ihren Klamotten und stapelt sie in den Koffer, der vor ihr offen auf dem Boden liegt. “Wir fliegen am Wochenende nach New York. Das war heute mein letzter Tag auf St. Lucia.”
Ich will etwas schreien, doch mir bleibt die Sprache weg. Sie hat zwar angekündigt, dass sie wegziehen möchte, aber nicht, dass sie das so bald umsetzen würde. Ich dachte, dass wir noch etwas Zeit hätten. Ich dachte, dass ich die Gelegenheit bekommen würde, mich mit ihr zu versöhnen. Doch soeben platzt meine letzte Chance und bringt all meine Traumschlösser, die ich mir gebaut hatte, zum Einsturz. Sam geht nach Amerika und werde sie nie wieder sehen. Ich warte darauf, dass ich Schmerzen verspüre oder in Tränen ausbreche, doch nichts dergleichen passiert. Ich stehe einfach nur da und starre Sam an.
“Der Film ist gleich aus. Wenn du willst, gucken wir danach alle zusammen eine Komödie”, schlägt May vor. “Die Stimmung hier drin ist ja nicht zu ertragen.”
Ich balle die Hände zu Fäusten, spanne meinen Kiefer an und zische: “Danke, ich verzichte.” Dann drehe ich mich um und verlasse fluchtartig das Zimmer.
In mir ist alles taub. Ich fühle mich, als würde ich innerlich sterben, doch gleichzeitig bin ich wütend, enttäuscht und verzweifelt gleichzeitig. Als ich die Treppe runterrenne, stoße ich beinahe mit jemandem zusammen.
“Vorsicht! Nicht so stürmisch!” Claudia kann sich gerade noch am Geländer festhalten. Ich strauchle ebenfalls, fange mich aber wieder und rase ohne mich zu entschuldigen weiter. Ich weiß nicht, wo ich hin will, ich weiß nur, dass ich niemanden mehr sehen möchte. Sam nicht, die mich so sehr verletzt hat, wie noch nie jemand in meinem ganzen Leben, und Lis und May nicht, die nur an ihre blöden Filme denken und die mich kein Stück verstehen.
Die Bibliothek hat bereits geschlossen, doch es treibt sich niemand mehr auf den Gängen herum, weshalb ich mich in der Sitzgruppe in der Aula niederlasse. Ich stütze den Kopf in die Hände. Meine Arme, nein, mein ganzer Körper zittert. Ein klägliches Wimmern dringt aus meiner Kehle. Ich möchte Rotz und Wasser heulen, doch meine Tränen sind ausgetrocknet. Der Druck in meiner Brust schwillt an. Eine eisige Hand legt sich um mein Herz und zerquetscht es. Mein Atem geht schneller, doch ich bekommen keinen Sauerstoff mehr. Ich schnappe nach Luft, fasse mir an den Hals. Muss ich jetzt ersticken? Ist das jetzt das Ende? Um ganz ehrlich zu sein, ist es mir in dem Moment scheißegal, ob ich sterbe oder nicht. Wenn ich tot bin, muss ich ein Leben ohne Sam wenigstens nicht ertragen. Ich habe keine Ahnung, wie ich das überleben soll, ohne durchzudrehen. Ich keuche, japse. Mir wird schwindlig und ich kralle mich an den Armlehnen der Bank fest. Für einen Moment frage ich mich, wie Sam reagieren wird, wenn sie mich morgen tot in der Aula finden. Ein schadenfrohes Lächeln breitet sich auf meinen Lippen aus. Ich krümme mich zusammen, lege den Kopf auf die Tischplatte und schließe die Augen. Der Schwindel nimmt zu. Die Stille der Schule erdrückt mich. Sams Anblick verblasst in meinen Gedanken. Ich warte auf das Licht, das erscheint, wenn ich über die Schwelle ins Jenseits trete. Oder gibt es gar kein Jenseits? Wäre auch kein Problem. Hauptsache, ich muss dieses Übel nicht mehr ertragen. Ich halte die Luft an und bin bereit zu gehen. Eine bleierne Schwere breitet sich in meinem Körper aus und alles wird dunkel um mich herum.
“Atme, verdammt!” Ich reiße die Augen auf. Vor mir steht Claudia und schüttelt mich. “Was soll die Scheiße, Dany?”
“Verschwinde, Claudia!” Ich versuche, sie wegzustoßen, doch mein Versuch scheitert kläglich.
Anstatt auf mich zu hören, setzt sich Claudia neben mich und streichelt mir über den Rücken. “Mal ehrlich, was machst du denn für Sachen?”, fragt sie und ihre Stimme klingt sanfter, vielleicht sogar ein bisschen besorgt.
“Ich wollte sterben”, flüstere ich.
“Hast du wirklich geglaubt, du stirbst, indem du die Luft anhältst? Glaub mir, so einfach ist es nicht, sich umzubringen.”
“Das musst du ja gerade wissen.” Ich schnaube und richte mich auf.
“Ja, tu ich tatsächlich.”
Es dauert einen Moment, bis ich Claudias Worte begreife. “Was? Du hast …?”
“Das ist eine Weile her und ich will nicht darüber reden.”
Ich schlucke. Gerne würde ich sie darüber ausfragen, doch ich muss meine Neugier unterdrücken. Dass Claudia einaml versucht hat, sich umzubringen, hätte ich niemals vermutet. Nicht bei der selbstbewussten, beliebten Claudia, bei der immer alles perfekt zu laufen scheint. Aber genaugenommen geht mich das nichts an. Wir kennen uns ja nicht mal richtig und bis vor ein paar Wochen war sie noch meine Erzfeindin. Obwohl – jetzt, nachdem ich weiß, dass sie es mit Sam getrieben hat, ist sie das wohl wieder. Dass sie mir gefolgt ist, macht die Sache nicht besser.
“Was ist passiert?”, fragt Claudia ruhig. “Willst du darüber reden?”
“Eignetlich nicht. Jedenfalls nicht mit dir.”
“Aber ich bin jetzt da. Jetzt, wo du nicht alleine sein solltest. Also, spuck’s schon aus. Ist es wegen Sam?”
Ich schweige, was sie offensichtlich als ein Ja deutet.
“Sie hat dir von uns erzählt, oder?” Sie spricht so leise, dass es den Anschein macht, als hätte sie ein schlechtes Gewissen.
“Ja, hat sie.”
“Und jetzt bist du sauer auf mich?”
Ich möchte die Frage bejahen, aber ich kann nicht. Claudia hat nur getan, was sie immer tut. Ich ärgere mich nicht über sie, denn ich hätte längst damit rechnen müssen. Viel eher bin ich von Sam enttäuscht, dass sie mich so hintergangen hat. Dass sie Claudia nicht widerstanden hat, so wie ich das getan habe, als sie mir anbot, ein Techtelmechtel mit ihr einzugehen. Wieso hat Sam mitgemacht? Wieso hat sie sich von Claudia verführen lassen? Die beiden haben sich doch immer gehasst.
“Ich weiß, das ist vielleicht kein Trost, aber es war wirklich nur Sex und eine einmalige Sache. Sam ging es nicht gut wegen eurer Trennung. Und wenn ich ganz ehrlich sein soll, war es nicht mal besonders toll. Sam war total verkrampft. Ich hätte es mir irgendwie ein bisschen … geiler vorgestellt, wenn du verstehst, was ich meine.” Claudia zwinkert mir zu und grinst. Sie denkt wohl, dass mich das tröstet, aber in Wirklichkeit will ich das gar nicht wissen.
“Wo habt ihr es denn gemacht? In unserem Zimmer?”
Claudia grinst. “Ach wo. Wir haben uns natürlich einen Ort gesucht, wo wir ungestört sind.”
Ich sehe sie fragend an und warte darauf, dass sie weiterspricht. Claudia wiegt den Kopf hin und her, als würde sie abwägen, ob sie es mir wirklich anvertrauen soll. Dann flüstert sie: “Ich bin doch Klassensprecherin, weshalb ich einen Schlüssel zum SMV-Raum habe. Da ist fast nie einer, außer es ist SMV-Sitzung oder es gibt einen Verletzten, der auf die Notliege muss. Aber diese Liege lässt sich auch für andere Dinge ganz gut verwenden.” Sie kichert.
Mein Herz blutet, aber anstatt zu heulen, ziehe ich die Mundwinkel nach oben. Claudia betrachtet mich irrtiert. Sie will gerade weitersprechen, als ich mich vorbeuge und sie auf die Lippen küsse. Zunächst ist sie ganz starr, dann legt sie los. Mann oh Mann, kann die küssen! Es ist zwar nicht so schön wie mit Sam, weil eindeutig die Gefühle fehlen, aber es lenkt mich für einen Moment ab. Claudias Lipgloss schmeckt nach Himbeeren und macht ihre Lippen ein bisschen klebrig. Trotzdem genieße ich den Kuss, als wäre es der letzte, den ich jemals bekommen könnte. Ihre Zungenspitze tippt gegen meinen Mund und ich öffne ihn leicht, um sie willkommen zu heißen. Irgendwo tief in mir drin schreit eine Stimme, dass ich sofort aufhören soll, doch ich ignoriere sie und lege mich erst recht ins Zeug. Adrenalin rauscht durch meine Venen und versetzt mich in einen Rausch. Die Süße von Claudias Lippen ist überall in meinem Mund. Rache ist süß, denke ich und mir wird warm. Was Sam kann, kann ich schon lange. Ich lasse meine Küsse von Claudias Mund über ihre Wangen bis zum Ohr wandern. Mit einem Lächeln wispere ich: “Hast du den Schlüssel für den SMV-Raum dabei?”

Hier kommst du zur Übersicht über alle bisher erschienen Kapitel, dem Klappentext und Hintergrundinfos zum Blogroman.

Achtung!

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