Blogroman | „Freche Mädchen küssen besser“ | 35. Kapitel

Soo, es geht weiter! Hier kommt das 35. Kapitel meines Blogromans „Freche Mädchen Emma Escamillaküssen besser“. Ich hoffe, es kann dich überzeugen. Ich bekomme gerade viele neue Ideen für das Projekt und freue mich schon darauf, sie umzusetzen. Ich hoffe, du hast beim Lesen genauso viel Spaß, wie ich beim Schreiben.
Ich möchte allerdings anmerken, dass es heute zu einer Verzögerung mit dem Upload auf Wattpad, Sweek und FanFiktion.de kommen kann, da ich diese Woche kein Internet habe. Diesen Blogpost habe ich bereits letzte Woche geplant, damit das Kapitel auch wirklich pünktlich auf meinem Blog online geht, aber auf den anderen Websites kann man es ja leider nicht vorplanen. Deshalb weiß ich noch nicht, wann ich die Gelegenheit haben werde, das Kapitel auch auf den anderen Plattformen hochzuladen (je nachdem, wann ich wieder Internet habe). Ich bitte um dein Verständnis.
Natürlich freue ich mich IMMER über Feedback, sei es positiv oder negativ. Hauptsache, es ist konstruktiv. Scheue dich nicht, deine Meinung in den Kommentaren zu posten oder, wenn du es nicht öffentlich tun möchtest, mir eine E-Mail zu schreiben.
Jetzt aber viel Spaß mit dem neue Kapitel!

35. Kapitel: Ein unmoralisches Angebot

Ich verbringe den Nachmittag mit Uli in der Bibliothek. In unser Zimmer traue ich mich nicht, aus Angst, dort Sam zu begegnen. Mich auf den Lernstoff zu stürzen und mich voll und ganz auf Mathe zu konzentrieren, tut mir gut. Ich hätte nie gedacht, dass mir Mathe einmal so gelegen kommt. In diesem Moment gibt es für mich nichts schöneres als Gleichungen und die Mitternachtsformel, die Uli mir erklärt und die gar nicht so kompliziert ist, wie ich sie mir vorgestellt habe. Zum ersten Mal in meinem Leben scheine ich Mathe zu kapieren. Weil ich mich dafür interessiere und es spannend ist. Okay, vielleicht am meisten, weil es mich von meinem Liebeskummer ablenkt. Vielleicht auch, weil Uli das wirklich gut erklären kann. Besser als unser Mathelehrer auf jeden Fall.
Nachdem wir vier Stunden nichts als Variable, Formeln und Zahlen gesehen haben, gönnen wir uns eine Pause.
“Ich könnte jetzt einen Snack vertragen”, sagt Uli und tätschelt seinen Bauch.
Erst jetzt bemerke ich, dass mein Magen ebenfalls knurrt. Seit dem Mittagessen habe ich nichts mehr zwischen die Zähne bekommen und das liegt bereits fünf Stunden zurück. Wie doch die Zeit verfliegt! Und das Beste ist, dass ich wirklich kaum an Sam gedacht habe. Mathe hat meinen ganzen Kopf ausgefüllt und erst jetzt schleicht sich meine Ex wieder in meine Gedanken.
“Ich hab noch ne Tüte Chips im Zimmer. Soll ich die holen?”, fragt Uli.
“Was für ne Sorte denn?”
“Paprika. Sind allerdings No-Name-Chips. Ich hatte nicht mehr so viel Taschengeld übrig.”
“Das macht nichts. Chips sind Chips. Und Paprika ist meine Lieblingssorte.” Ich lächle Uli zu, der mein Lächeln erwidert und aufsteht.
“Gut, dann bis gleich.”
Ich sehe ihm nach, bis er zwischen den Regalen verschwindet. Jetzt bin ich allein. Und mit mir meine düsteren Gedanken und der inneren Schmerz, der von Sekunde zu Sekunde anschwillt. Meine Augen brennen und ein riesiger Felsbrocken legt sich auf meine Brust. Ich versuche, ruhig zu atmen und die Tränen zurückzuhalten, doch ehe ich mich versehe, heule ich wieder wie ein Baby. Ich schlage die Hände vors Gesicht und lasse meinen Gefühlen freien Lauf. Es bricht alles aus mir heraus. Mein Herz tut so sehr weh, als könnte es jeden Moment zerbersten. Kann man an gebrochenem Herzen sterben? Der Tod würde mir wenigstens die Schmerzen nehmen. Ich müsste nichts mehr fühlen, nicht mehr leiden, nicht mal mehr denken. Ich würde einfach verschwinden.
Eine Hand legt sich auf meine Rücken und streichelt mich sanft. Ich verstumme, reiße mich zusammen und wische mir die Tränen aus dem Gesicht. Bestimmt ist meine Wimperntusche zerlaufen, aber das ist mir in diesem Moment scheißegal. Man darf ruhig sehen, wie dreckig es mir geht. Sam soll wissen, wie sehr sie mich verletzt hat. Ich ziehe den Rotz hoch, richte mich auf und räuspere mich. “Sorry, Uli. Mich hat’s irgendwie übermannt.”
“Uli? Ich bin doch nicht Uli!” Die Person neben mir lacht und es ist ein helles Lachen.
Erschrocken sehe ich auf. “Claudia?”
“Ja, was dagegen, wenn ich mich setze?”
“Ähm … nein. Das heißt, Uli kommt gleich zurück und …”
“Ach, bis der kommt, bin ich schon längst wieder weg.” Claudia setzt sich auf Ulis Platz und spielt mit einer schwarzroten Locke. “Wie geht’s dir?”
Ich schnaube. “Das sieht du doch. Was soll die Frage?”
Claudia beißt sich auf die Unterlippe. “Stimmt. Tut mir leid. Ich hätte es mir denken können. Sam und du wart so ein süßes Paar. Ich kann nicht verstehen, dass sie mit dir Schluss gemacht hat.”
“Du weißt es also auch schon?” Wut steigt in mir hoch. Das ist meine Privatsache und geht keinen etwas an.
Claudia macht eine wegwerfende Handbewegung. “Das weiß doch die ganze Schule.”
“Na, toll!” Ich presse die Lippen zusammen und meine Hände ballen sich zu Fäusten. Warum müssen Sam und ich ständig das Tratschthema Nummer eins sein? Nur weil wir nicht dem heteronormativen Standard des Internats entsprechen? Das ist doch scheiße.
“Eigentlich wollte ich dich trösten.” Claudia wirft ihr langes Haar über die Schulter und hält den Kopf schief. Ihre dunkelgrünen Augen mustern mich von unten und sie erinnert mich an ein Hundewelpen.
Ich ziehe die Augenbrauen hoch. “Du mich trösten? Warum das denn?”
“Weil ich eine Idee habe, wie du den Herzschmerz vielleicht loswerden kannst.”
Was hat sie jetzt wieder für einen Unfug im Kopf? Wenn Claudia mir helfen will, muss es irgendeinen Haken geben. Ich nehme einen tiefen Atemzug. “Ich lenke mich gerade mit Mathe ab.”
Meine Mitschülerin stößt einen lauten Lacher aus. “Mathe? Kein Wunder bist du depressiv. Ich weiß was viel Besseres.” Sie zwinkert mir zu und beugt sich zu mir über den Tisch. “Wie wär’s, wenn du und ich … ich meine … völlig ohne Zwänge und Verbindlichkeiten …”
Ich runzle die Stirn. “Wovon redest du?”
Claudia rollt mit den Augen. Ein freches Grinsen erscheint auf ihren Lippen und sie spielt wieder mit ihrer Haarsträhne, die ihr ins Gesicht gefallen ist. “Na, ich meine … du bist doch jetzt Single und ich auch und da könnten wir doch … na ja, du weißt schon.”
Jetzt fällt bei mir der Groschen. Was für eine Unverschämtheit! Ich leide und sie nutzt die Gelegenheit schamlos aus und will mich abschleppen. Ich lasse meine Faust auf die Tischplatte niedersausen, sodass die Schulmaterialien in die Höhe hüpfen. “Nein, ich werde keinen Sex mit dir haben”, fauche ich.
Claudia presst den Finger auf die Lippen. “Psst, nicht so laut! Bist du verrückt? Soll es die ganze Schule mitbekommen?”
“Ist doch egal. Die Schule kriegt doch eh immer alles raus.” Ich verschränke die Arme vor der Brust und funkle Claudia wütend an.
“Nicht alles. Man muss nur wissen, wie man etwas richtig geheim hält.”
“Ich will aber keinen Sex mit dir. So bin ich nicht. Ich schlafe nur mit jemanden, den ich liebe. Und ich liebe nur Sam.”
“Aber ihr seid getrennt. Sie liebt dich nicht mehr. Kapier das doch!”
Eine messerscharfe Scherbe bohrt sich in mein Herz und ich blute innerlich. Muss sie mir das so deutlich sagen? Ich bin mir über meine Situation sehr wohl bewusst. Da brauche ich keine Erinnerung von Claudia. “Das ist scheißegal. Ich liebe dich nicht, also werde ich auch nicht mit dir ins Bett gehen.”
Claudia seufzt, verdreht die Augen und steht auf. “Du bist echt kompliziert, Dany. Sam hat sich nicht so angestellt.”
Ich werde hellhörig. “Sam? Wieso Sam?”
Meine Mitschülerin beißt sich auf die Unterlippe und schüttelt den Kopf. “Ach, nichts.”
Ich springe auf. Claudia hat doch nicht etwa … mit Sam …? “Was war da los zwischen dir und Sam?”, fahre ich sie an. “Hast du ihr auch so ein unmoralisches Angebot gemacht?”
Claudia lächelt überheblich und will wortlos an mir vorbeigehen, doch ich halte sie an den Oberarmen fest und schüttle sie. “Sag mir sofort, was zwischen dir und Sam vorgefallen ist.”
“Das geht dich nichts an.” Claudia reißt sich los und stößt mich so fest von sich, dass ich rückwärts gegen ein Bücherregal pralle. Für ein paar Sekunde sehe ich Sternchen, taumle und stürze fast.
“Was ist hier los?” Uli steht neben mir, die Chipstüte in den Händen. “Hat Claudia dich blöd angemacht? Muss ich ihr wieder eine verpassen?”
Ich schüttle den Kopf. “Nein, schon gut, Uli.” Ich lasse mich auf den Stuhl fallen und klammere mich an der Tischkante fest. Mir ist schwindlig.
“Was stehst du hier rum und glotzt? Hau schon ab!”, brüllt Uli und verpasst Claudia einen Schubs.
Sie entfernt sich ein paar Schritte, dann bleibt sie nochmal kurz stehen und dreht sich zu mir um. Mit spöttischem Gesichtsausdruck sagt sie: “Denk darüber nach, Dany.” Dann wendet sie sich ab und verschwindet.
“Worüber sollst du nachdenken?”, fragt Uli stirnrunzelnd und lässt sich mir gegenüber nieder.
“Ach, sie wollte, dass ich ihr in Englisch helfe”, lüge ich.
Uli reißt die Chipstüte auf und reicht sie mir. Ich greife hinein und stopfe mir eine Handvoll Kartoffelchips in den Mund. Uli tut es mir nach, ehe er von seinen Ferien zu erzählen beginnt. Doch meine Gedanken sind die ganze Zeit bei Sam und Claudia. Was ist zwischen den beiden vorgefallen? Ich muss es unbedingt herausfinden, auch wenn das bedeutet, dass ich mich meinen Ängsten stellen und ein äußerst unangenehmes Gespräch mit Sam führen muss.

Hier kommst du zur Übersicht über alle bisher erschienen Kapitel, dem Klappentext und Hintergrundinfos zum Blogroman.

Achtung!

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2 Kommentare

  1. Ich denke, sie sollte wirklich mit Sam über diese Claudia reden! Die spinnt gerade ganz schön Intrigen, glaube ich! :evil:
    Wer weiss, weshalb Sam nichts mehr von Dany wissen will… :roll:

    Liebe Grüße,
    Werner

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