Blogroman | „Freche Mädchen küssen besser“ | 27. Kapitel

Hey!

Schön, dass du vorbeischaust. Heute geht es mit dem Blogroman weiter und wir sind Emma Escamillabereits bei Kapitel 27 angekommen. In der letzten Folge haben Dany und Sam beschlossen, die sturmfreie Zeit zu nutzen und ihr erstes Mal zu erleben. Daran knüpft das heutige Kapitel an, aber bitte sehe es mir nach, dass ich die explizite Sexszene ausgelassen habe. Normalerweise scheue ich mich nicht davor, Erotikszenen zu schreiben, aber da es sich hier um zwei minderjährige Mädchen handelt, fand ich es eher unpassend, den Sex selbst zu beschreiben. Deshalb hat das letzte Kapitel beim Vorspiel geendet und dieses Kapitel beginnt mit dem Nachspiel.

Lass mich gerne in den Kommentaren wissen, was du darüber denkst. Findest du, ich habe das „Problem“ mit der Sexszene zwischen Minderjährigen gut gelöst? Oder hättest du dir mehr Details gewünscht?

Im Laufe des Tages geht das Kapitel auch wieder auf Wattpad, Sweek und FanFiktion.de  online.

27. Kapitel: Regeln sind zum Brechen da

Laut atmend liegen wir nebeneinander, unsere nackten Körper berühren sich unter der Bettdecke. Sams Finger sind mit meinen verschlungen und ich kann nicht anders, als über das ganze Gesicht zu strahlen.

„Und?“, fragt Sam. „War‘s so schlimm, wie du es dir vorgestellt hast?“

„Noch viel schlimmer.“

Sam sieht mich betroffen an, doch ich breche in lautes Lachen aus und sie stimmt mit ein. Es war traumhaft gewesen. Nicht perfekt, nein. Kein Sex wie in Hollywoodfilmen. Aber ich hatte das Gefühl, mit Sam verschmolzen zu sein. Ich hatte Spaß und ich habe jede Sekunde davon genossen. Sam so nah zu sein, ließ ein unsichtbares Band zwischen uns entstehen. Ein Band, das unsere Herzen verknüpft. Egal, wie weit Sam weg ist, wenn sie wieder nach Hause muss – ich werde sie immer nah bei mir spüren.

Sie streichelt mir mit den Fingerspitzen übers Gesicht. „Du bist wunderschön, Dany“, sagt sie und in ihren Augen funkelt so viel Liebe, dass ich in ihnen versinken möchte. „Vor allem mit den zerzausten Haaren und den roten Backen. Dieser Freshly-Fucked-Look steht dir.“ Sie kichert und ich boxe ihr spielerisch in die Seite.

„Machst du dich etwa über mich lustig?“

Sam setzt ein schockiertes Gesicht auf. „Würde ich nie wagen!“

Ich möchte etwas darauf antworten, doch Sam verschließt meinen Mund mit ihren Lippen. Wir küssen uns leidenschaftlich und sie bringt meinen ganzen Körper zum Glühen. Schmetterlinge breiten sich in meinem Inneren aus, Schmetterlinge mit Flügeln aus Flammen, die mich in Brand setzen. Unsere Zungen erforschen sich gegenseitig und Sams Hände streicheln über meine Brüste. Ich spüre ein Pulsieren in meinem Unterleib. Als ich mich herumrolle, um mich auf Sam zu legen, melden sich meine Füße mit einem fiesen Brennen. Ich ächze auf und verziehe das Gesicht. „Scheiße!“

Sam lässt von mir ab und betrachtet meine bandagierten Füße, die unter der Bettdecke hervorschauen. „Du tust mir so leid.“

Mir entfährt ein gequältes Stöhnen. Ich tue mir ja sogar selbst leid. Vorsichtig lege ich mich wieder auf den Rücken. Der Schmerz ist so schlimm, dass mir Tränen in die Augen steigen. Ich wische sie rasch weg, doch Sam sieht sie trotzdem. Sie beugt sich über mich und küsst meine feuchte Stirn, meine Nasenspitze, meine Wangen, mein Kinn. Ihre Finger vergraben sich in meinem Haar und kraulen sanft meinen Kopf. Ich bekomme Gänsehaut, ziehe Sam eng an mich heran. Unsere Lippen treffen sich, knabbern neugierig aneinander. Sam liegt halb auf mir, meine Hand ruht auf ihrem Hintern. Ich gebe mein Bestes, der Versuchung zu widerstehen, ihr in die Pobacke zu kneifen. Ob sie etwas dagegen hat? Oder würde ihr das vielleicht sogar gefallen? Soll ich es einfach wagen? Aber was, wenn sie es nicht mag und ich die gute Stimmung zerstöre? Es ist wohl besser, wenn ich nicht …

 

„Was ist denn hier los?“

Erschrocken ziehe ich die Bettdecke über unsere nackten Körper. Mein Vater steht im Türrahmen. Sein Gesicht ist rot wie nach einem heftigen Sonnenbrand, die Augen zu Schlitzen zusammengekniffen und die Lippen dünn wie ein Strich. Ich kenne diesen Gesichtsausdruck nur zu gut. Es ist derselbe Blick, wie damals, als ich mitten in der Nacht von der Dorfdisco zurückkehrte, obwohl ich meinem Vater fest versprochen hatte, spätestens um zehn zu Hause zu sein. Ich hatte mein Versprechen damals gebrochen und ich habe es auch heute getan. In mir tobt ein Sturm aus Emotionen. Reue, Wut, Enttäuschung und Schuld wirbeln in meinem Inneren herum.

Sam gleitet von mir herunter und funkelt Papa wütend an. „Können Sie nicht anklopfen?“

Er stemmt die Hände in die Hüften. Oh Mann, Sam, mach es nicht noch schlimmer!

„In meinem Haus klopfe ich nicht an“, brüllt er. „Das wäre ja noch schöner!“

„Papa, bitte …“, setze ich an, doch er schneidet mir das Wort ab.

„Daniela! In fünf Minuten im Wohnzimmer! ANGEZOGEN!“ Er wendet sich ab und knallt die Tür hinter sich zu.

Betreten schaue ich zu Sam. Diese kocht vor Wut.

„Sorry, Dany, dass ich das sagen muss, aber dein Vater ist echt ziemlich krass drauf. Platzt hier einfach so herein und entschuldigt sich nicht mal.“

„Er hat recht“, sage ich leise. „Ich hätte es nicht tun dürfen. Ich habe ihm versprochen, dass wir keinen Sex haben werden.“

„Ach!“ Sam steigt aus dem Bett und sammelt ihre Klamotten zusammen. „Dir hat es doch auch gefallen, oder?“

„Natürlich hat es mir gefallen. Aber …“

„Nix aber. Du bist alt genug, das selbst entscheiden zu können. Und dein Vater kann sich da nicht einmischen.“

„Mag sein, dass das bei der Laissez-faire-Erziehung deiner Eltern so klappt, aber Papa ist da eben ein bisschen strenger.“

„Laissez-faire-Erziehung? Was soll das denn sein?“ Sam schlüpft in ihre Jeans und wirft mir einen fragenden Blick zu.

„Das heißt, dass die Eltern ihren Kindern alles durchgehen lassen. So wie es bei dir offenbar der Fall ist.“

Sam schließt ihren Hosenknopf und verschränkt dann die Arme vor der Brust. „Das ist nicht dein Ernst, Dany, oder?“ Ihre Stimme klingt wütend, aber da schwingt auch noch etwas anderes mit. Ich brauche einen Moment bis ich es deuten kann: Enttäuschung.

„Ist doch so“, brumme ich.

„Du weißt genau, dass meine Eltern nie für mich da sind. Verdammt, sie sind sogar so beschäftigt, dass ich bisher nicht die Gelegenheit hatte, ihnen von dir zu erzählen. Ich habe schon früh lernen müssen, auf eigenen Füßen zu stehen und selbst meine Entscheidungen zu treffen. Ich mag noch nicht volljährig sein, aber ich bin selbstständiger und deutlich reifer, als die meisten in meinem Alter. Das haben wir offenbar nicht gemeinsam.“

Ich starre Sam mit offenem Mund an. Hat sie das gerade wirklich gesagt? Mir fehlen die Worte. Hat sie denn gar kein Verständnis für meine Lage?

„An deiner Stelle würde ich mich anziehen. Die fünf Minuten sind längst vorbei.“ Meine Freundin nähert sich der Tür.

„Wo …?“, beginne ich.

„Aufs Klo und dann duschen“, gibt Sam patzig zurück und verschwindet aus der Tür.

 

Zehn Minuten später humple ich ins Wohnzimmer. Das Anziehen war mir mit den bandagierten Füßen schwergefallen und hatte mehr Zeit benötigt, als ich erwartet hatte. Papa sitzt im Sessel und blättert in der Zeitung. Als ich hereinkomme, nimmt er von mir zunächst keine Notiz. Ich räuspere mich. Nichts. Ich huste. Keine Reaktion.

„Ähm, Paps?“, frage ich vorsichtig und meine Stimme zittert ein wenig. „Ich wäre jetzt da.“

„Du hast mich warten lassen, also musst du jetzt auch auf mich warten, bis ich mit dem Artikel durch bin“, antwortet mein Vater, ohne den Blick zu heben.

Ich lasse mich auf dem Sofa nieder und lege die Füße hoch. Vom Gehen brennen sie noch mehr als vorher. Ich beiße auf die Zähne, bis sie knirschen. Der Schmerz ist unerträglich und ich würde alles für ein bisschen Linderung tun. Um mich abzulenken, denke ich daran, wie glücklich ich vor einer Stunde noch gewesen bin. Ich hatte das erste mal Sex. Ich habe mit meiner Freundin geschlafen. Und wir waren sogar beide …

„Daniela!“ Mein Vater schaut mich grimmig an, faltet die Zeitung und legt sie auf den Tisch. „Ich bin sehr enttäuscht von dir.“

Ich zittere am ganzen Körper, so nervös bin ich. Nervös, doch gleichzeitig auch wütend.

„Wir haben hier Regeln aufgestellt, bevor deine Freundin gekommen ist. Doch du hast dich nicht an die Regeln gehalten“, fährt Papa fort.

„Ich scheiß‘ auf deine Regeln“, knurre ich und hoffe sofort, dass er es nicht gehört hat.

Sein Blick verfinstert sich. „Was ist nur los mit dir? So kenne ich dich gar nicht.“

„Dann wird es Zeit, dass du mich mal richtig kennenlernst“, fahre ich ihn an.

„Da spricht doch nicht meine Tochter mit mir. Wo ist die liebe Dany, die ich kenne? Die Dany, auf die man sich verlassen kann?“

„Die hat begriffen, dass sie sich nicht länger einschränken lassen will. Sam hat recht, ich kann sehr gut selbst entscheiden, wofür ich bereit bin und was ich mit meiner Freundin ausprobieren möchte. Ich bin alt genug.“

„Ach ja?“ Mein Vater brüllt so laut, dass ich zusammenzucke. „Wenn du wirklich so erwachsen wärst, wie du behauptest, dann könntest du dir ja einen Job suchen und ausziehen. Aber du bist sechzehn, du bist noch ein Kind. Und solange du die Füße unter meinen Tisch streckst, stelle ich hier die Regeln auf.“

„Aber Sams Eltern …“

„Ist mir egal!“ Papa haut mit der Faust so fest auf den Tisch, dass ich Angst um die Glasplatte habe. Doch sie hält der Wucht stand.

„Deine Regeln sind scheiße.“ Ich verschränke trotzig die Arme vor der Brust.

„Gut.“ Er klingt auf einmal bedrohlich ruhig. „Wenn du dich nicht an die Regeln hältst, dann werde ich das auch nicht mehr tun. Sag deiner Freundin, sie soll ihre Sachen packen. Wir fahren sie heute noch zurück.“


Hier kommst du zur Übersicht über alle bisher erschienen Kapitel, dem Klappentext und Hintergrundinfos zum Blogroman.

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