Wenn der Blutmond leuchtet | KW41/2019 #WritingFriday

Soooo, eigentlich wollte ich heute ja noch mal aussetzen, aber da heute mein Geburtstag ist und ich ihn gerne schön mit meinen Lieblingshobbys schreiben und bloggen beenden möchte, habe ich mich jetzt, um kurz vor 22 Uhr, doch noch dazu entschieden, mitzumachen.

Die liebe Elizzy gibt uns jeden Monat mehrere Schreibthemen an die Hand, worüber wir dann immer freitags schreiben dürfen.

Das sind die Themen für Oktober:

  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Er wischte sich das Blut von den Händen und…” beginnt.
  • Schreibe aus der Sicht eines Hexenbesens.
  • Wovor fürchtest du dich am meisten? Erzähle uns davon.
  • Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: erdrosselt, vergraben, blutig, Schrei, Blutmond
  • Das Böse herrscht – Egal ob Buch, Film oder Videospiel wer ist dein liebster Bösewicht und wieso? Könnte er auch gute Seiten an sich haben?writingfriday2019_header-1100x633

Mein heutiges Thema: Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende WÖrter ein: erdrosselt, vergraben, blutig, Schrei, Blutmond.

Wenn der Blutmond leuchtet

„Heiner, komm ins Bett.“

Heiner rollte mit den Augen und angelte nach der Fernbedienung. Ausgerechnet jetzt, wo es beim Tatort so spannend wurde, wollte Elfriede ins Bett. Diese dumme Kuh ging ihm gehörig auf den Senkel.

„Ich komme gleich“, rief er die Treppen hinauf.

„Nein, komm jetzt. Du musst mich massieren. Mein Rücken schmerzt, als hätte ich den ganzen Tag in einer Kohlemine geschuftet.“

Dabei saßt du nur zu Hause und hast beim Shoppingsender eingekauft – mit meinem hartverdienten Geld, wohl gemerkt, dachte Heiner grimmig und schaltete den Fernsehr aus. Mit einem Seufzen stand er auf, wischte sich die Chipskrümel vom Unterhemd und trottete so langsam er konnte die Treppe hinauf.

„Wo bleibst du denn?“

„Ich komme ja schon!“ Er brüllte es etwas lauter, als beabsichtigt. Dieses Weib war eine Zumutung. Seine Hände ballten sich zu Fäusten und er knirschte mit den Zähnen.

Als er im Schlafzimmer ankam, hatte Elfriede sich schon vorbereitet. Ihr Nachthemd und ihr BH lagen auf seiner Seite des Bettes und sie lag – nur mit einem Schlüpfer bekleidet – auf dem Bauch.

„Massiere mich!“ Sie klang wie ein Oberfeldwebel, nicht wie eine Frau, die ihren Gatten um einen Gefallen bittet.

Er stieg ins Bett, ließ sich neben ihrem Körper nieder und legte seine Hände auf ihre speckigen Schultern. Mit kräftigen Griffen massierte er sie und sie schnurrte wie ein Kätzchen. Heiner biss sich auf die Zähne. Sie roch wieder nach diesem überteuerten Parfum von QVC. Er hasste diesen Gestank. Er hasste ihre Kaufsucht. Und er hasste diese Frau. Er griff immer fester zu, bis Elfriede ein Schrei entfuhr.

„Nicht so fest, das tut weh!“

„Entschuldige“, murmelte Heiner und versuchte, seine Hände zu entspannen. Ihr Parfum vermischt mit dem Geruch nach Schweiß biss ihm in der Nase. Ihm wurde übel. „Kann ich mal das Fenster öffnen?“

„Nein, draußen ist es kalt.“

Heiner schluckte. Er massierte sie weiter. Sie atmete laut und rasselnd. Er hasste es, wie sie atmete. Sie verbrauchte seinen Sauerstoff. Sein Blick fiel auf den Büstenhalter auf dem Bett. Er hielt inne.

„Was ist los? Jetzt mach schon, Heiner. Ich hab nicht die ganze Nacht Zeit.“

Dieses undankbare Biest. Er griff nach dem BH. Mit flinken Fingern legte er ihn ihr um den Hals und zog feste zu.

Sie hustete. Röchelte. Versuchte, nach Luft zu schnappen. Das war Musik in seinen Ohren. Ihr Gesicht wurde erst rot, dann blau. Er fand, dass ihr dieser Gesichtsausdruck stand. Er gluckste. Aus dem Glucksen wurde ein Kichern, aus dem Kichern ein Lachen und aus dem Lachen ein Wiehren. Sein Gelächter füllte das ganze Schlafzimmer aus und übertönte Elfriedes erstickte Hilfeschreie.

Dann war plötzlich alles ruhig. Erst jetzt begriff er: er hatte sie erdrosselt. Mit einer Menge Kraftanstrengung schaffte er es, ihren wulstigen Körper herumzurollen. Sie hatte sich so fest auf die Zunge gebissen, dass ein blutiges Rinnsal aus ihrem Mund tropfte.

Er beschloss, sie liegenzulassen und den Krimi fertigzuschauen. Morgen würde er sie in ihrem Waldstück vergraben.

Heiner löschte das Licht und schlurfte zum Fenster. Er kippte es, damit der Gestank ein bisschen verflog. Seine Schlafstätte war heute Nacht das Sofa. Sein Blick huschte über den Himmel, dann sah er den Blutmond.

Er kratzte sich am Kinn. Das war ein Zeichen. Beim nächsten Blutmond war seine Schwiegermutter dran.


Achtung!

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11 Kommentare

  1. Liebe Emma Escamilla,

    boah, das ist wirklich böse…
    Wie schön, dass du noch geschrieben hast. Und wenn ich es richtig verstanden habe, dann darf ich dir – jetzt allerdings nachträglich – zum Geburtstag gratulieren.
    Ich wünsche dir alles Liebe und Gute und ein Jahr mit vielen kleinen und großen Glücksmomenten.

    Hab es fein und sei gegrüßt
    Judith

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    • Hallo Judith,

      jaaaa, ich weiß. *grinst* Wobei ich den Text irgendwie nicht richtig ernstnehmen kann. :D

      Vielen lieben Dank für deine Glückwunsche. <3

      Liebe Grüße
      Emma

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  2. Herzlichen Glückwunsch nachträglich. Ja, das ist wirklich sehr böse, aber auch witzig zugleich. Seine Mordgelüste schon allein wegen penetranten Parüfmgeruchs kann ich verstehen. Für mich grenzt das, was mir morgens in der U-Bahn entgegenwabert, an Körperverletzung.

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