„Freche Mädchen küssen besser“ | 21. Kapitel

Es geht weiter. Ich bin schon ganz aufgeregt, wie du dieses Kapitel finden wirst. Lass mir Emma Escamilladein Feedback dazu gerne in den Kommentaren da.

In der heutigen Folge überrascht Dany Sam mit ihrem plötzlichen Besuch. Doch zuvor macht sie noch Bekanntschaft mit einer ganz anderen Person …

Die Geschichte wird im Laufe des Tages auch auf Wattpad, Sweek und FanFiktion.de online gehen. Du findest mich dort unter dem Namen „Emma Escamilla“.

Jetzt aber erst mal viel Spaß mit dem 21. Kapitel.

21. Kapitel: Verstohlene Blicke

Wenig später sitze ich im Auto auf dem Rücksitz und starre aus dem Fenster. Die vorbeiziehende Landschaft nehme ich kaum wahr, sondern denke die ganze Zeit nur an Sam. Ich habe ihr unser Vorhaben nicht verraten, denn ich möchte unbedingt ihr überraschtes Gesicht sehen, wenn ich vor ihr stehe. Da Papa den Schlagersender im Radio aufgedreht hat, habe ich mir meinen MP3-Player angemacht und höre mit den Stöpseln in den Ohren Muse. Mein Herz klopft immer schneller je näher wir Hamburg kommen. Ich verfolge die digitale Zeitanzeige für die Zielankunft auf dem Navi. Noch eine Stunde. Ich switche von Muse zu My Chemical Romance. Die Lieder der Band sind zwar etwas düster, doch ich habe sie schon immer gemocht. Ob Sam sie wohl auch mögen würde? Ich habe sie nie danach gefragt. Aber das kann ich ja auf dem Rückweg herausfinden, wenn wir zusammen auf der Rückbank kuscheln und … ich seufze. Sam wird bald wieder in meinen Armen liegen, das ist einfach zu schön um wahr zu sein.

Noch eine halbe Stunde. Ausgerechnet jetzt macht der Akku meines MP3-Players schlapp. Ich ziehe mir die Stöpsel aus den Ohren und gebe mir den Rest der Fahrt Andrea Berg, Helene Fischer, Hansi Hinterseer und Andreas Gabalier aus dem Radio. Ich kann es nicht abwarten, endlich da zu sein. Schließlich erreichen wir Hamburg – genau in der Rush Hour. Wir stehen ewig im Stau und es geht nur langsam vorwärts. Ich ziehe mein Handy aus der Tasche und tippe eine Nachricht an Sam: „Was machst du gerade?“ Ich warte ab, doch es kommt keine Antwort. Hoffentlich ist sie zu Hause. Wäre ja schön blöd, wenn wir bei der Villa ankommen und keiner da ist.

Nachdem mein Vater wegen des Staus beinahe verzweifelte und Sabine versucht hat, mir mehr Infos über Sam und unsere Beziehung zu entlocken, erreichen wir endlich das Haus der Johnsons. Ich staune nicht schlecht.

Vor der Einfahrt befindet sich ein mit Kameras überwachtes Tor. Dahinter steht eine riesige schneeweiße Villa mit einem Türmchen, die gar nicht in die restliche Siedlung von normalen Einfamilienhäusern passen will. Ich bin hin und weg.

Papa parkt am Straßenrand. „Wie gehen wir nun vor?“, fragt er und schaut mich durch den Rückspiegel an.

Ich öffnete die Autotür. „Ich mache das alleine. Wartet hier auf uns, okay?“

Mein Vater nickt und Sabine ruft mir ein „Viel Glück!“ hinterher, was ich nicht so recht deuten kann. Erwartet sie, dass Sam nicht mitkommen mag? Oder dass mir die Überraschung nicht gelingt? Ich trete vor das Tor. An der Seite befindet sich ein Klingelschild mit Sprechanlage. Da auf dem Schild der Name „Johnson“ steht, atme ich tief durch. Wenigstens ist es das richtige Haus. Ich klingle und warte ab. Zuerst tut sich nichts, dann bewegen sich plötzlich die Kameras über mir. Eine mir unbekannte Frauenstimme dringt aus der Sprechanlage.

„Ja, bitte?“

„Hallo!“, rufe ich etwas zu laut, weil ich so aufgeregt bin. „Hier ist Daniela Weißmann. Ist Sam da?“

„Fräulein Samantha ist außer Haus.“

Verdammt! Ich beiße mir auf die Unterlippe. „Wo ist sie denn?“, frage ich und meine Stimme bebt. War sie etwa weggefahren? Ich checke nochmals mein Handy, doch Sam hat noch immer nicht geantwortet.

„Sie ist beim Sport“, erklärt die Frau. „Aber Sie können hier im Haus auf sie warten, wenn Sie möchten.“

Ein Lächeln stiehlt sich auf meine Lippen. Natürlich will ich das. Ich kann es kaum erwarten, die prächtige Villa von innen anzusehen. „Das wäre sehr freundlich.“

Es surrt und das Tor schiebt sich auf. Ich betrete das Grundstück und gehe den Kiesweg entlang, der durch den üppigen Vorgarten mit Rosenbüschen führt. Es duftet herrlich und ich höre die Vögel in den bunten Bäumen vor dem Anwesen zwitschern. Als ich die Tür erreiche, wird sie von innen geöffnet und eine junge Frau, die mir sofort den Atem raubt, steht vor mir. Sie hat dunkelbraunes langes Haar, ist kurvig gebaut und trägt eine weiße Bluse, deren oberster Knopf geöffnet ist und ein üppiges Dekolleté entblößt. Ihr Rock ist so kurz, dass ich mich beinahe fremdschäme.

„Hallo“, sage ich schüchtern.

Die Frau lächelt mich an und zeigt mir dabei ihre perfekten weißen Zähne. „Hi! Sie sind also Daniela Weißmann, genannt Dany?“

Ich nicke und bin überrascht darüber, dass sie meinen Spitznamen kennt. „Ja, woher wissen Sie das?“

„Samantha hat mir schon viel von Ihnen erzählt.“ Ihre Augen stahlen und das Lächeln sieht echt aus.

„Ach, hat Sie das?“ Ich spüre, wie meine Wangen glühen. „Dann sind Sie Emily?“

Die Fremde bejaht und macht einen Schritt beiseite, damit ich eintreten kann. „Samantha kommt sicher bald wieder zurück. Sie können im Wohnzimmer auf sie warten.“ Emily deutet mir an, dass ich folgen soll und wir durchqueren den riesigen Eingangsbereich, in dem ein großer Schrank steht, in dem ich Jacken und Schuhe vermute, und sie bringt mich in ein ebenso riesiges Wohnzimmer. Darin befindet sich eine edle schwarzweiße Ledercouch vor einer Schrankwand, in der ein Flachbildschirm so groß wie ein aufrechter Gartenteich steht. Emily fordert mich auf, aufs Sofa zu sitzen und ich lasse mich darauf sinken. Es ist nicht sonderlich bequem. Meine Kuschelcouch in meinem Zimmer ist mir da eindeutig lieber. Auch wenn ich schätze, dass ich für den Preis dieses Nobelsofas mindestens zehn Kuschelcouchs haben könnte.

„Möchten Sie fernsehen?“, fragt Emily und nimmt die Fernbedienung, die auf einem kleinen Glastisch liegt. Neben der Fernbedienung befinden sich mehrere Modezeitschriften auf dem Tisch, sowie die neuste Ausgabe der Men’s Health. Bevor ich antworten kann, hat Emily bereits die riesige Glotze angemacht, auf der eine Kochsendung läuft. Sie schaut mich fragend an. „Das?“

Ich schüttle schnell den Kopf. Kochsendungen gehören nun wirklich nicht in meinen kleinen Kreis der Sendungen, die ich mir freiwillig anschaue.

Emily schaltet weiter. Ein Tennismatch. Wieder schüttle ich den Kopf. Eine Seifenoper. Nein, auch das interessiert mich nicht. Eine Dokumentation über Tiefseetaucher. Ich wiege unschlüssig den Kopf hin und her, was Emily als ein Nein deutet und weiterzappt. Schließlich erreichen wir die kostenpflichtigen Sender, wo ich einen lustigen Film entdecke, den ich sehen möchte. Emily reicht mir die Fernbedienung. „Falls es doch langweilig wird“, sagt sie, dann geht sie auf die Balkontür zu, die sich hinter weißen Vorhängen abzeichnen. Die Tür stand die ganze Zeit offen, was ich gar nicht bemerkt hatte. Emily schnappt sich einen Eimer, der draußen steht und kommt damit ins Haus. Sie bemerkt meinen neugierigen Blick und grinst verlegen. „Lassen Sie sich nicht ablenken“, sagt sie und tunkt einen Schwamm in den Eimer. Dabei bückt sie sich und – ja, ich will nicht hinsehen, doch ich kann meinen Blick nicht von ihrem schwarzen Spitzenslip abwenden, der unter dem Minirock hervorblitzt. Wenn sie Sam auch solche Aussichten liefert, dann habe ich doch einen Grund dazu, eifersüchtig zu sein. Emily ist sich ihres Sexappeals wohl bewusst. Sie drückt den Schwamm aus und beginnt, damit die Fenster zu putzen. Jedes Mal wenn sie sich nach ganz unten beugt, sehe ich die schwarze Spitze und mir wird ganz heiß. Jetzt weiß ich, was Sam damit gemeint hat, dass Emily ziemlich sexy sei. Mit Mühe reiße ich meinen Blick von Emily los und schaue in den Bildschirm, wo sich ein Liebespaar gerade streitet. Doch ich kann mich null konzentrieren. Immer wieder wandern meine Augen zu Emily hinüber. Plötzlich wirft sie einen kurzen Blick über ihre Schulter und grinst mich frech an. Ertappt schaue ich schnell weg, doch ich bin mir ganz sicher, dass sie meinen Blick dennoch bemerkt hat. Diese langen Beine! Sie sieht wirklich hammerspitzenmäßig aus und scheint auch erst Mitte zwanzig zu sein. Natürlich zu alt für mich und abgesehen davon liebe ich ja Sam. Aber ich komme nicht umhin, sie immer wieder anzustarren. Schließlich beendet Emily das Fensterputzen und verschwindet mit dem Eimer und Schwamm hinaus auf den Balkon. Ich widme mich dem Fernsehprogramm und schaue dabei zu, wie das Paar sich „versöhnt“.

„Sie kommt“, ruft Emily mir da zu. Ich kann sie nicht sehen, nur hören. Ich greife nach der Fernbedienung und schalte ab. Kurz darauf höre ich Schlüsselklappern aus dem Eingangsbereich. Emily läuft an mir vorbei und ich drehe mich um, um ihr nachzusehen, doch sie verschwindet um die Ecke. Schritte sind zu hören. Schnelle, federleichte Schritte. Das kann nur eine sein. Ein Lächeln erscheint auf meinem Gesicht, doch gleichzeitig grummelt mein Bauch und ich wische mir die feuchten Handflächen an meiner Jeans ab.

„Oh Gott! Dany?“


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