„Freche Mädchen küssen besser“ | 20. Kapitel

Heyho, ich melde mich gut erholt aus der Sommerpause und freue mich riesig, wiederEmma Escamilla ein neues Kapitel hochzuladen. Ich hoffe, du hast trotz Sommerpause noch Interesse an meinem Blogroman und bist schon gespannt, wie es weiter geht – genauso wie ich auf dein Feedback gespannt bin.

Im Laufe des Tages kannst du das Kapitel auch auf FanFiktion.de, Sweek und Wattpad unter dem Namen „Emma Escamilla“ finden.

Heute macht Sabine einen tollen Vorschlag, um Dany aus ihrem Tief zu holen. Dany ist begeistert – doch zunächst muss sie ihren skeptischen Vater überzeugen. Was sie vorhat und ob es klappt, erfährst du in diesem Kapitel. Viel Spaß beim Lesen!

20. Kapitel: Eine gute Idee

„Warum bist du denn so still?“, fragt mich Sabine beim Mittagessen.

Ich werfe meinem Vater einen kurzen Blick zu. Er starrt auf seinen Teller und schiebt sich gerade eine Gabel voll Erbsen in den Mund.

„Ach … nur so.“

„Ich sehe doch, dass mit dir etwas nicht stimmt.“ Sabine betrachtet mich kritisch und ich weiche ihrem Blick aus. Ich möchte vor meinem Vater nicht schon wieder mit dem Thema anfangen, das uns bereits das Frühstück versaut hat.

Doch Sabine lässt nicht locker: „Ist irgendetwas mit Sam?“

Ich schüttle schnell den Kopf, obwohl das gelogen ist. Als ich Sabine anschaue, erkenne ich in ihrem Blick, dass sie mir nicht glaubt. Sie presst die Lippen aufeinander und widmet sich dann wieder ihrem Essen. Ich beeile mich, möglichst schnell fertigzuwerden, um wieder in mein Zimmer abhauen zu können. Die Stimmung am Tisch ist angespannt, ach was sage ich, sie ist kurz vor dem Explodieren. Ich esse immer schneller, verschlucke mich schließlich und muss husten. Mein Vater klopft mir auf den Rücken.

„Danke“, röchle ich und nehme einen Schluck von meiner Apfelsaftschorle. Das kühle Getränk nimmt mir zum Glück den Hustenreiz und ich esse weiter.

„Dany, hilfst du mir heute, die Spülmaschine einzuräumen?“, fragt Sabine. Ich will protestieren, doch sie wirft mir einen vielsagenden Blick zu. Schon klar, sie möchte mit mir reden, ohne dass Papa dabei ist. Ich nicke stumm und warte ungeduldig, bis auch mein Vater und Sabine mit dem Essen fertig sind.

Wenig später räume ich die Teller in die Spülmaschine, während Sabine die großen Töpfe spült. „Nun schieß los“, sagt sie und schließt die Tür, damit Papa nichts von unserem Gespräch mitbekommt.

„Ach“, seufze ich. „Ich vermisse Sam.“

„Ja, das habe ich mir schon gedacht.“ Sabine schenkt mir ein mitleidiges Lächeln. „Aber schau, es sind doch nur zwei Wochen. Bald seht ihr euch wieder. Gönne Sam die Zeit mit ihren Eltern.“

„Eltern!“ Ich lache laut auf. „Von wegen. Ihre Eltern sind in Amerika bei irgendeinem Filmdreh und Sam ist allein mit Emily und …“

„Moment“, unterbricht mich Sabine. „Wer ist Emily?“

„Ach, ihr Hausmädchen.“

„Bist du etwa auf diese Emily eifersüchtig?“

„Was, ich? Nein!“ Ich schüttle vehement den Kopf, was Sabine zum Lachen bringt.

„Nein, gar nicht“, sagt sie und amüsiert sich köstlich darüber, dass ich ganz rot werde.

Noch ehe ich mich beherrschen kann, platzt es aus mir heraus: „Sie hat gesagt, dass sie Emily heiß findet. Was, wenn sie mit ihr flirtet?“

„Ist diese Emily denn an Sam interessiert?“

„Keine Ahnung“, brumme ich. „Sam sagt, sie sei hetero.“

„Na, also.“ Sabine spült einen Topf aus und stellt ihn ins Abtropfkörbchen. „Dann brauchst du dir doch da keine Sorgen zu machen.“

„Ach, trotzdem. Sam langweilt sich zu Tode und ich sitze hier und kann nichts dagegen tun. Dabei würde ich so gerne Zeit mit ihr verbringen.“

„Wo genau wohnt Sam denn?“

„In Hamburg.“ Ich seufze laut und stelle die Spülmaschine an, die sofort mit einem lauten Gurgeln anläuft.

„Von Hannover bis Hamburg braucht man zwei Stunden mit dem Auto. Das ist gar nicht mal so weit“, überlegt Sabine laut.

Überrascht schaue ich sie an. „Wie meinst du das?“, frage ich und ein kleines Pflänzchen der Hoffnung keimt in mir auf.

Sabine wedelt mit der Hand in der Luft herum, als wollte sie einen lästigen Gedanken verscheuchen. „Ich habe nur gerade gedacht – was, wenn Sam herkommt? Wenn ihre Eltern sowieso nicht zu Hause sind?“

„Wirklich?“, rufe ich freudestrahlend und strecke die Arme nach Sabine aus. „Das würdest du für mich tun?“

„Ich muss das natürlich zuerst mit deinem Vater besprechen“, verpasst mir Sabine einen Dämpfer.

Enttäuscht lasse ich die Arme sinken. „Der ist doch bestimmt dagegen“, grummle ich und verziehe das Gesicht.

„Abwarten.“ Sabine grinste geheimnisvoll.

„Sabine, mach mir keine Hoffnungen. Papa wird hundertpro dagegen sein. Ihm wäre es doch am liebsten, wenn Sam in Wirklichkeit Samuel heißen würde.“

„Ach, Dany. Ich rede mit ihm, okay?“

„Nein“, sage ich bestimmt.

Sabine bleibt der Mund offen stehen. „Nein?“, fragt sie, als sie sich wieder gesammelt hat.

„Ich rede mit ihm. Sam ist meine Freundin und ich will sie hier haben, also werde ich auch dafür kämpfen, dass sie herkommen darf.“

Sabine nickt. „Also gut. Aber wenn du meine Hilfe brauchst, sag Bescheid, ja?“

Ich nicke und lächle sie dankbar an.

Während Sabine noch den Herd und die Arbeitsfläche putzt, stehle ich mich ins Wohnzimmer, wo mein Vater fernsieht. Mein Herz schlägt mir bis zum Hals und ich wische meine feuchten Handflächen an meiner Jeans ab. Was, wenn er nein sagt? Bin ich stark genug, ihm Kontra zu geben? Oder werde ich einknicken wie ein Grashalm im Wind? Ich räuspere mich. Aus irgendeinem Grund klingt meine Stimme ganz heiser, als ich sage: „Papa, kann ich kurz mit dir sprechen?“

Er sieht mich an und nickt. „Natürlich. Was hast du auf dem Herzen?“

Ich setze mich neben ihm auf die Couch. Wie soll ich anfangen? Mir fehlen buchstäblich die Worte. „Ich … ähm …“, stammle ich. Mensch, Dany, reiß dich zusammen! „Ich wollte fragen, ob Sam herkommen darf. Sie ist ganz alleine zu Hause und ihr ist langweilig, dabei könnten wir zusammen so viel Schönes unternehmen.“ Er setzt an, um etwas zu sagen, doch ich schiebe schnell noch hinterher: „Dann würdet ihr euch endlich kennenlernen und vielleicht magst du sie ja. Sie ist wirklich eine ganz liebe Person und …“

„Wenn sie zu uns kommt, wo soll sie denn dann schlafen?“ Papa rückt seine Brille zurecht.

„Na, in meinem Zimmer“, antworte ich prompt.

„Kommt nicht in die Tüte! Am Schluss habt ihr noch … ich meine, … ich …“

„Wir hatten im Internat keinen Sex und werden es auch hier nicht haben.“ Meine Stimme klingt strenger, als ich es beabsichtigt habe.

Mein Vater wiegt den Kopf hin und her. „Wer weiß“, sagt er. „Gelegenheit macht Liebe.“

Ich rolle mit den Augen. „Erstens heißt das Gelegenheit macht Diebe und zweitens ist das meine Privatsache, mit wem ich ins Bett gehe.“

„Nein, eben nicht“, sagt Papa. „Du bist erst sechzehn. Ich habe Verantwortung für dich.“

„Sie’s mal so: Ich kann nicht schwanger werden.“

Doch mein Vater schüttelt vehement den Kopf. „Auf gar keinen Fall werde ich zulassen, dass ihr hier … in meinem Haus … also …“ Er wird knallrot. Wenigstens ist es ihm genauso unangenehm über das Thema zu diskutieren, wie mir.

„Okay, ich verspreche dir hoch und heilig, dass wir keinen Sex haben werden.“

„Samantha schläft auf der Couch. Hier im Wohnzimmer.“

Ich seufze. „Meinetwegen auch das. Darf sie dann kommen? Bitte, bitte!“ Ich hasse es, ihn so anflehen zu müssen. Doch es ist mir wirklich wichtig, dass er einwilligt. Ich zittere am ganzen Körper, weil ich so angespannt bin und mich vor seiner Antwort fürchte.

„Eine Woche“, sagt Papa und ich falle ihm um den Hals. „Aber keinen Tag länger!“


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