Ein Wort gegen Operationen an intersexuellen Kindern

In diesem kurzen Artikel möchte ich für das Thema „Operationen an intersexuellen Kindern“ sensibilisieren. Ich habe mich damit neulich auseinandergesetzt und fand das Thema so wichtig, dass ich es auch hier ansprechen möchte.

turn-on-2933003_960_720

Noch immer werden intersexuelle Kinder, also Kinder, die Geschlechtsmerkmale beider Geschlechter besitzen, in sehr jungem Alter operiert, um sie auf ein Geschlecht festzulegen. Meist wird den Kindern das weibliche Geschlecht „aufgedrängt“, auch wenn diese sich vielleicht eher als Mann fühlen. Das liegt daran, dass diese Operation einfacher durchzuführen ist. Dabei wären die OPs in den meisten Fällen gar nicht lebensnotwendig – auch wenn die Ärzte unter Umständen anderes behaupten. Die Eltern der Kinder glauben selbstverständlich den Medizinern, da sie selbst überfordert sind. Ein fataler Fehler!

Ca. 1,7 Prozent aller Menschen sind intersexuell. Diese werden als (Klein-)Kinder in solch einem jungen Alter operiert, dass sie nicht selbst bestimmen können, welchem Geschlecht sie sich zugehörig fühlen (wollen). Rund 1.700 solche Operationen finden durchschnittlich pro Jahr statt. Die Kinder leiden oftmals ihr ganzes Leben unter den Folgen, sind traumatisiert. Denn diese Operationen sind unnötig.

Die Ärzte wollen damit erreichen, dass die Kinder möglichst „normal“ aufwachsen. Doch vielen Intersexuellen wird erst später im Leben bewusst, welches Geschlecht sich für sie richtig anfühlt. Eine Operation zwingt sie daher in eine Geschlechterrolle, in die sie möglicherweise gar nicht passen.

Menschenrechtler kämpfen seit einiger Zeit gegen diese Operationen. Auch Amnesty International hat eine Petition ins Leben gerufen, die sich gegen solche Operationen einsetzt. Die Menschenrechtsorganisation möchte damit erreichen, dass Intersexuelle selbst bestimmen dürfen, ob sie solch eine Operation durchführen lassen wollen oder nicht. Schließlich muss man sich nicht auf eindeutig weiblich oder männlich festlegen, man kann auch zunächst auch „divers“ angeben, was eine Art Sammelbezeichnung für all jene Geschlechter (intersexuell, non-binary, etc.) ist, die es außer dem männlichen und weiblichen Geschlecht gibt.

Ich habe bei der Petition mitgemacht und Bundesministerin Katerina Barley und andere Abgeordnete darum gebeten, sich für Intersexuelle einzusetzen. Falls du das auch tun möchtest, kommst du hier zu der Petition.

Weitere Informationen zu diesem Thema findest du hier:


Ähnliche Beiträge

Achtung!

Beim Kommentieren dieses Beitrags werden Daten (z. B. Name, E-Mail, Website, IP-Adresse) erhoben und gespeichert. Mit dem Absenden deines Kommentars erklärst du dich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.

3 Kommentare

  1. Kleine Korrektur, weil ich das selbst erst vor einigen Wochen gelernt habe: „divers“ ist kein Geschlecht, sondern ein Geschlechtseintrag, der nicht-binären Menschen unter bestimmten juristischen Bedingungen offensteht.
    Gerade viele Aktivist*innen im Bereich „Transsexualität“/“nicht-binär“ sehen das recht kritisch. Im konkreten Fall hast du Recht, intersexuelle Menschen haben nach Vorlage eines medizinischen Gutachtens das Recht auf den Geschlechtseintrag „divers“ (trotzdem ist ihr Geschlecht nicht divers, sondern eben „intersexuell“ und ihre Geschlechtsidentität kann davon noch mal abweichen und m, w oder nonbinär sein).
    Bisschen was dazu findest du auf dem CuriosCat von cuffedCatling: https://curiouscat.me/cuffedCatling/post/751343648
    Die Petition ist wichtig und richtig, die unterstütze ich gerne <3. Wollte nur klarstellen, dass (leider) der neue Geschlechtseintrag in Deutschland nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Aber das kann cuffedCatling einfach besser erklären, als ich ^^

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Katharina,

      vielen dank für die Korrektur. Mir ist eigentlich schon bewusst, dass unter „divers“ verschiedene Geschlechtsidentitäten fallen, aber ich habe das wohl falsch rübergebracht. Danke für deine Erklärung und den beigefügten Link. Ich werde mich mal näher darüber informieren, da mich das Thema sehr interessiert.

      Gefällt 1 Person

      • Hallo Emma,

        Gerne. Und es ist gut, dass es bewusst ist – ich erkläre es nur lieber einmal zu oft, weil es im Blogtext selbst wirklich nicht herauskam.
        Viel Erfolg beim Informieren, es ist ein sehr interessantes, aber auch komplexes Thema. Ich folge darum sehr gerne Aktivist*innen, die in der Richtung tätig sind, um zu lernen. Das gibt mir sehr viel :)

        Gefällt 1 Person

Kommentare sind geschlossen.