#WritingFriday KW12/2019 | Ferne Welt

Huhu,

heute ist Freitag und ich möchte mal wieder bei der Aktion #WritingFriday von der lieben Elizzy mitmachen.

Sie gibt uns jeden Monat mehrere Schreibthemen an die Hand, von denen wir uns immer freitags eines aussuchen und darüber schreiben dürfen.

Die Themen für den März 2019 sind:

writingfriday2019_header-1100x633

Mein heutiges Thema: Du bist durch die Zeit gereist und im Jahr 2819 gelandet, berichte davon.

Ferne Welt

„So, dann wollen wir mal.“ Prof. Binnstein fuhr sich durch sein wirres graues Haar, das ihm in alle Richtungen vom Kopf abstand.

„Glauben Sie wirklich, dass das funktioniert?“, fragte ich unsicher und biss mir auf die Unterlippe.

„Es muss einfach klappen. Ich entwickle diese Time-Watch schon seit Jahren. Heute muss es einfach funktionieren.“ Er reichte mir die Uhr und ich befestigte sie an meinem Handgelenk. Sie hatte einen etwa zehn Zentimeter langen Bildschirm, der aufleuchtete, sobald ich auf den kleinen roten Knopf am unteren Ende drückte.

„Jetzt gib mal ein, 22. März 2019, 16:00 Uhr. Das ist in zwei Stunden. Wir sehen uns!“

Ich versuchte, die Zeit einzutippen, aber das war gar nicht so einfach. Die Tasten waren ziemlich klein und ich vertippte mich mehrmals. Schließlich drückte ich auf den grünen Knopf und um mich herum begann sich alles zu drehen. Immer schneller und schneller. Mir wurde fast schlecht. Ich wackelte mit den Zehen, um nicht ohnmächtig zu werden und versuchte, so ruhig wie möglich zu atmen. Doch das fiel mir ziemlich schwer. Dann, so plötzlich wie das Drehen eingesetzt hatte, blieb es wieder stehen.

Doch – wo war ich? Das Labor von Prof. Binnstein war verschwunden und stattdessen befand ich mich im Freien. Die Sonne knallte unbarmherzig herunter und die trockene Luft flirrte. Hinter mir befand sich eine Art Höhle in einem Felsen, ansonsten sah man weit und breit nur Sand, Sand und nochmals Sand. Ich sah auf die Time-Watch und erschrak. Anstatt 2019 hatte ich 2819 eingegeben.

„Wo, zum Teufel, bin ich denn hier gelandet?“ Ich sprach die Worte laut aus, was ein Fehler war. Denn in diesem Moment stürmten Menschen aus der Höhle und schwangen ihre Holzknüppel. Ich hob erschrocken die Hände.

„Eindringling! Verschwinde!“, schrien die Leute. Sie bildeten einen Kreis um mich und funkelten mich böse an.

„Ich … es tut mir leid. Ich bin versehentlich hier gelandet. Ich komme in Frieden.“

„Seid Ihr ein Zeitreisender?“, fragte ein alter Mann mit einem langen weißen Bart, der eine Art Keule in der Hand hielt.

„Ja, woher wissen Sie das?“

„Das sieht man an Euren Kleidern. Außerdem kommen hier öfter Zeitreisende vorbei.“

„Dann funktioniert die Uhr also tatsächlich.“ Ich sagte es mehr zu mir selbst, als zu den umstehenden Leuten, doch trotzdem nickten sie. „Es tut mir leid, dass ich euch in eurer Mittagsruhe gestört habe.“

„Aber nein, uns tut es leid, dass wir Euch angegriffen haben. Nicht wahr?“, sagte der Alte und ein Raunen ging durch die Reihen. „Kommt herein und seid unser Gast.“ Der Alte bedeutete mir, ihm zu folgen und ich tat es widerstandslos. Anscheinend hatte ich nichts zu befürchten.

Kaum hatten wir die Höhle betreten, rief der Alte zwei stämmigen Männern zu. „Ergreift sie!“ Die Männer stürzten auf mich zu und packten mich. Ich zappelte und versuchte mich zu wehren, doch da traf mich etwas Hartes am Hinterkopf und alles um mich herum wurde schwarz.

Ich erwachte mit schrecklichen Kopfschmerzen. Noch immer tanzten schwarze Punkte vor meinen Augen, als ich mich langsam umsah. Ich lag auf dem kalten Boden einer Zelle in der Höhle, die mit dicken Eisenstäben verschlossen war.

Ich rieb mir den Hinterkopf und spürte verkrustetes Blut und eine dicke Beule. Dann bemerkte ich, dass die Time-Watch weg war. „Scheiße!“

„Das kannst du laut sagen.“

Erschrocken wandte ich mich um und erkannte im schummerigen Licht der Fackeln mehrere glitzernde Augenpaare.

„Wer seid ihr?“ Mein Herz klopfte mir bis zum Hals.

„Zeitreisende“, antwortete die Stimme, die eben schon mit mir gesprochen hatte. Sie gehörte zu einem jungen Mann, der eine schwarze Jacke in einem sehr futuristischen Stil trug. Dazu enganliegende schwarze Gummihosen. „Steven“, sagte er. „Jahr 2054.“

„Haben sie dir auch die Zeitmaschine weggenommen?“

„Uns allen hat man die Zeitmaschinen gestohlen. Die Einwohner hier reisen in die Vergangenheit um dieser öden Zukunft zu entkommen. Jedes Mal wenn einer von uns hier ankam, haben die Einwohner ihn überfallen und die Zeitmaschine für sich selbst genutzt.“

„Das ist ja gemein“, sagte ich und Zorn stieg in mir auf. „Das können wir doch nicht einfach auf uns sitzen lassen.“

„Was willst du denn dagegen tun?“ Steven rieb sich den Ellbogen. „Wir sind hier gefangen.“

„Irgendwie kommen wir da schon raus“, sagte ich überzeugt und ich wusste, dass Rettung im Anmarsch war. Ich fühlte es einfach.


Ähnliche Beiträge

Achtung!

Beim Kommentieren dieses Beitrags werden Daten (z. B. Name, E-Mail, Website, IP-Adresse) erhoben und gespeichert. Mit dem Absenden deines Kommentars erklärst du dich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.

8 Kommentare

  1. Toll was du aus dem Schreibthema gemacht hast. Ich mag die Idee mit der Uhr richtig sehr und auch das er sich vertippt leuchtete mir ein :D ich würde ja nur allzu gern wissen was mit der Welt passiert ist. Wieso sind sie alle in Höhlen? Und wie viele Zeitreisende gibt es noch :D ich hätte auch richtig gerne eine Fortsetzung!

    Gefällt 1 Person

Kommentare sind geschlossen.