#WritingFriday #24 | Vampirisches Halloween

Huhu,

schön, dass du vorbeischaust. Nachdem ich die letzten Wochen etwas geschwänzt habe, gibt es diesen Freitag wieder eine #WritingFriday Kürzestgeschichte von mir.

Die Aktion wird von der lieben Elizzy gehostet. Jeden Monat gibt sie uns neue Schreibthemen an die Hand, von denen wir uns freitags eines aussuchen und darüber schreiben dürfen.

Das sind die Schreibthemen für den Oktober 2018:

  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Er sah nach hinten und ihm lief ein kalter Schauer über den Rücken, denn…“ beginnt.
  • Casper der Geist kriegt unerwarteten Besuch, berichte davon.
  • Erzähle ein Märchen über einen Kürbis.
  • Erzähle aus der Sicht eines Vampirs an Halloween.
  • Du bist ein Baum, der gerade all seine Blätter verliert, wie fühlst du dich?

writing friday

Mein Thema heute:

Erzähle aus der Sicht eines Vampirs an Halloween.

Vampirisches Halloween

Die Sonne war gerade hinter den Bäumen verschwunden und der Horizont stand in Flammen, als Detlef die Augen aufschlug. Um ihn herum war es finstere Nacht, denn er hatte noch seinen Sargdeckel geschlossen. Gähnend schob er ihn auf und stieg aus der alten Kiste aus massivem Eichenholz. Er rieb sich seine blutunterlaufenen Augen und gähnte erneut.

Heute, das wusste er, war ein ganz besonderer Tag. Der 31. Oktober – Halloween. In der Stadthalle würde ein großes Fest stattfinden und er würde in seiner Vampirskluft gar nicht auffallen. Er rieb sich die Hände und seine Vorfreude auf die leichten Opfer in dieser Nacht machte ihn ganz hibbelig.

Er zog sich seinen Umhang über und kämmte sein langes, schwarzes Haar aus der Stirn. Dann stieg er hinauf auf den Turm seines Schlosses und breitete die Arme aus. Im nächsten Augenblick schrumpfte er zusammen und verwandelte sich in eine Fledermaus. Detlef stieß sich vom Boden ab und flog los.

Die Stadthalle war bereits proppenvoll, als er ankam. Die Leute hatten sich wirklich in die kunstvollsten Kostüme gehüllt und er fiel überhaupt nicht auf, als er hinter einem Busch landete und wieder seine menschliche Gestalt annahm. Er sah sich kurz um, dann eilte er auf den Eingang zu und mischte sich unter die Gäste. Er ließ sich von der Menge ins Innere der Halle schieben und eilte dann auf die Bar zu. Von dort aus hatte er einen tollen Blick über die Tanzfläche.

„Na, was darf’s denn sein?“, fragte ihn der Barkeeper. „Ein Blood Shake, nehme ich an?“

Detlef machte große Augen. „Blood Shake?“, fragte er. „Sowas haben Sie hier?“

„Aber natürlich.“ Der Barkeeper grinste. „Mit oder ohne Schuss?“

„Sie meinen Alkohol?“ Detlef rümpfte die Nase. „So früh trinke ich noch nicht. Also, ohne Schuss, bitte.“

Der Barkeeper wandte sich ab und Detlefs Blick streifte über die tanzende Meute. Sofort fiel ihm eine junge Frau auf, die sich als Hexe verkleidet hatte und einen großen Hut auf dem Kopf trug. Sie tanzte ganz allein und sah ein bisschen einsam und verlassen aus. Das weckte beinahe Mitleid in Detlef – wenn er nicht solchen Durst gehabt hätte.

„Hier, bitte! Macht drei Euro.“ Der Barkeeper schob ihm ein Glas mit einer blutroten Flüssigkeit über den Tresen. Verdammt, das kostete etwas? Damit hatte er nicht gerechnet. Detlef wühlte in seinen Taschen herum und fand schließlich noch etwas Kleingeld, mit dem er den Barkeeper bezahlte. Dann nahm er den Drink entgegen und setzte ihn an die Lippen.

Kaum hatte er einen Schluck genommen, spuckte er ihn wieder aus. „Bah!“, rief er. „Was ist denn das für ein Teufelszeug?“

Der Barkeeper zog die Augenbrauen hoch. „Na, ein Blood Shake, wie Sie wol…“

„Das ist doch nie und nimmer Blut.“

„Nein, natürlich nicht. Es ist Tomatensaft mit …“

„Das können Sie selber trinken!“ Kurzerhand schnappte sich Detlef das Glas und schüttete dem verdutzten Barkeeper die kühle Flüssigkeit ins Gesicht. Und dafür hatte er drei Euro bezahlt! Kopfschüttelnd verließ er die Bar und ging auf die junge Hexe zu, die noch immer etwas abseits tanzte.

Er betrachtete sie von oben bis unten. Als sie seinen Blick erwiderte, setzte er sein strahlendes Vampirlächeln auf. „Na, so ganz allein?“ Er musste wegen der lauten Musik beinahe schreien.

Sie lächelte schüchtern zurück und nickte mit dem Kopf. „Ja, leider. Meine Freunde hatten keine Lust auf die Party, deshalb bin ich alleine hier. Und du?“

„Ich bin auch alleine hier.“ Detlef seufzte dann nahm er ihre rechte Hand und hauchte einen Kuss darauf. „Aber jetzt nicht mehr.“ Er zwinkerte ihr zu.

Sie musste kichern. „Bist du immer so ein Charmeur?“

„Nicht immer.“ Er grinste frech. „Nur, wenn ich einen guten Anlass dazu bekomme.“

Sie errötete und Detlef leckte sich über die Lippen. Ihr Blut würde köstlich schmecken. Sie war jung und unverbraucht. Sie war ein Hauptgewinn! Jetzt musste der Wolf das Schaf nur noch von der Herde absondern.

„Sag mal, sollen wir nicht einen Augenblick nach draußen gehen? Da kann man sich doch viel besser unterhalten.“ Er strahlte sie wieder an, sodass sie gar nicht anders konnte, als zuzustimmen. Detlef legte seinen Arm um ihre Schultern und sie bahnten sich ihren Weg zwischen den Tanzenden hindurch aus der Halle hinaus. Hier war es tatsächlich leiser, auch wenn die Musik noch deutlich zu hören war. Ein paar Raucher standen vor der Halle und bliesen ihren Qualm in die Luft. Detlef rümpfte die Nase.

„Komm, wir gehen ein paar Schritte. Das stinkt ja zum Himmel.“

„Aber nicht zu weit von der Halle weg“, sagte das Mädchen und warf einen ängstlichen Blick zum Halleneingang zurück.

„Du brauchst keine Angst zu haben. Ich bin ja bei dir.“ Er lächelte abermals und zwinkerte ihr zu.

Sie nickte schüchtern, dann hakte sie sich bei ihm unter. Sie schlenderten den Gehweg entlang durch die Nacht, die von schummerigen Straßenlaternen erhellt wurde. „Wie heißt du eigentlich?“, fragte Detlef.

„Anna“, antwortete das Mädchen wie aus der Pistole geschossen. „Und du?“

„Ähm …“ Er überlegte fieberhaft. Sollte er sich mit seinem richtigen Namen vorstellen, oder lieber nicht? „Ich bin Max.“

„Max?“ Anna lachte.

„Was ist daran so lustig?“

„Der Name passt nicht zu einem Vampir. Der ist viel zu fröhlich.“

„Ach, und Vampire sind nicht fröhlich?“

„Nein, Vampire sind hinterlistig und gierig.“

„Na, wenn du meinst …“ Detlef blickte sich um. Es war niemand zu sehen, daher blieb er stehen und betrachtete Anna mit fiebrigem Blick. „Weißt du was?“ Ein freches Grinsen stahl sich auf seine Lippen. „Du hast recht. Wir sind hinterlistig und gierig.“ Mit diesen Worten packte er die junge Frau und wollte seine Zähne in sie schlagen, doch sie reagierte blitzschnell, stieß ihn von sich und zog aus ihrem Hexenkostüm eine Kette hervor. Nein, es war keine Kette, es war ein Rosenkranz.

Der Vampir riss die Augen auf und machte einen Satz rückwärts. „Bleib mir mit dem Ding vom Hals“, keuchte er.

„Ich kann dich damit zu Asche verwandeln.“ Annas Augen funkelten. „Zu einem elendigen Häufchen Asche.“

„Bitte nicht …“

„Dann verschwinde und halte dich von dieser Stadt fern.“

Annas strenger Blick schüchterte Detlef ein. Sie meinte es ernst. Sie würde ihn … nein, daran durfte er nicht denken. Er hob abwehrend die Hände.

„Ist schon gut, ich haue ab“, sagte er. Dann wandte er sich auf dem Absatz um und verschwand in der Nacht.

Huch, die Geschichte ist doch etwas länger geworden, als beabsichtigt. Ich hoffe, sie gefällt dir. Auch wenn das natürlich nur ein spontanes Geschreibsel war, ohne Plot und Überarbeitung. Hast du auch beim #WritingFriday mitgemacht? Dann hinterlass mir deinen Link gerne in den Kommentaren.


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