#WritingFriday #22 | Ausgerechnet Bert

Huhu!

Schön, dass du bei mir vorbeischaust. Heute ist wieder der #WritingFriday dran, nachdem ich ihn letzte Woche mal wieder „geschwänzt“ habe. Manchmal fällt mir einfach nichts Gutes ein und bevor ich dann eine schluderige Geschichte veröffentliche, mache ich lieber eine Runde gar nicht mit.

Der #WritingFriday wird immer freitags von der lieben Elizzy von Read Books And Fall In Love gehostet. Sie stellt uns jeden Monat neue Schreibthemen zur Verfügung, aus der wir uns eines aussuchen können.

Die Schreibthemen für August:

writing fridayMein heutiges Thema: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Luna war so verliebt aber niemand hätte damit gerechnet, dass…“ beginnt.

Ausgerechnet Bert

Luna war so verliebt, aber niemand hätte damit gerechnet, dass sie sich ausgerechnet in Bert verliebte.

„Nun sag schon, du grinst die ganze Zeit so dämlich. Da ist doch was im Busch.“ Petra boxte Luna in die Rippen.
„Es ist nichts.“ Luna schüttelte den Kopf. „Ich bin nur sehr gut drauf, das ist alles.“
„Komm schon, ich merke doch, dass du etwas vor mir verheimlichst.“
Luna wurde knallrot im Gesicht und konnte Petras Blick nicht mehr erwidern.
„Na, los! Wir haben uns doch immer alles erzählt.“
Petra ließ aber auch nicht locker. „Schön“, sagte Luna und holte tief Luft. „Ich bin verliebt.“ Sie grinste breit. Es hatte sie so richtig erwischt und am liebsten wollte sie es mit der ganzen Welt teilen. Aber Petra würde überhaupt nicht glücklich darüber sein, wenn sie die Wahrheit hörte. Doch irgendwann musste sie es erfahren. Sie konnten es nicht ewig vor ihr geheim halten.
„Hab ich’s doch gewusst!“ Petra klatschte in die Hände. „Wer ist denn der Glückliche?“
„Ist das denn so wichtig?“ Lunas Herz klopfte ihr bis zum Hals und sie wischte ihre feuchten Hände an der Jeans ab.
„Natürlich ist das wichtig. Ich bin doch deine beste Freundin. Mir kannst du es anvertrauen.“ Petras Augen funkelten vor Neugier und sie rutschte aufgeregt auf ihrem Stuhl hin und her.

„Ich …“ Luna schüttelte den Kopf. „Ich kann es dir einfach nicht sagen.“
„Aber warum denn?“ Petra sah sie überrascht an. „Ich sage es auch nicht weiter.“
„Das ist … ich kann unmöglich …“
Petra sog scharf die Luft ein. „Sag nicht, dass es Felix ist.“
„Felix? Nein, ganz sicher nicht. Der gehört doch dir.“
Erleichtert atmete Petra auf. „Na, dann darf es doch jeder sein. Warum kannst du es mir nicht sagen? Ist es etwa eine Frau?“
„Was? Nein, ich bin nicht lesbisch.“ Luna konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Doch die Situation war zu ernst, um zu lachen.
„Selbst wenn eine Frau wäre, es würde mir nichts ausmachen. Hey, wir sind doch Best Friends Forever, hast du das schon vergessen?“
Luna stöhnte. Warum konnte Petra nicht einfach aufhören, ihr ein Loch in den Bauch zu fragen? Sie würde ausflippen, wenn sie die Wahrheit erfuhr.
„Jetzt sag endlich“, quengelte Petra.
„Schön, aber versprich mir, dass du ruhig bleibst.“
„Klar. Ich unterstütze dich bei allem, das weißt du doch.“
„Also gut …“ Luna kaute auf ihrer Unterlippe herum. „Es ist … Bert.“
Es dauerte ein paar Sekunden, bis bei Petra der Groschen fiel. Dann wurde sie auf einmal ganz blass um die Nasenspitze und kreischte: „Mein Vater? Du bist in meinen Vater verliebt?“

„Ja …“ Luna sah betreten zu Boden. Sie schämte sich dafür, doch gegen ihre Gefühle konnte sie nun mal nichts tun. „Und er liebt mich auch.“
Petra schluckte. „Soll das heißen, dass ihr ein Verhältnis miteinander habt?“
„Eine Beziehung. Wir haben eine Beziehung. Schließlich ist er geschieden und …“
„Das darf alles nicht wahr sein.“ Petra schlug die Hand vor den Mund. Tränen kündigten sich in ihren Augenwinkeln an.
„Oh, bitte nicht weinen.“ Luna kramte ein Taschentuch hervor und reichte es Petra. Diese nahm es nicht an, sondern drehte sich von ihr weg. „Du bist 19 und er 48. Das geht doch nicht …“
In Lunas Kehle bildete sich ein Kloß. Sie berührte Petra an der Schulter. „Bitte, ich …“
Petra schlug ihre Hand weg. „Lass mich bloß in Ruhe. Das ist ja eklig.“ Mit diesen Worten sprang sie auf und ließ Luna allein zurück.


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Achtung!

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6 Kommentare

  1. Hey Emma,
    sehr unvorhersehbarer Twist. Erst denkt man es wäre so klassischer „Teeniekram“ und dann ist es ernst. Petras Reaktion ist heftig aber verständlich.
    Grüße, Katharina.

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  2. Hallo Emma, ja das ist eine schöne Wendung!

    Und danke für den Kommentar auf meinem Blog; zu dieser Frage wollte ich auch noch eine Geschichte schreiben, evtl. bis morgen früh.
    LG Norbert

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  3. Hey Emma,
    damit hätte ich nicht gerechnet. Interessant in welche Richtung dieses Gespräch letztendlich gegangen ist und eine super Idee.
    Petras Verhalten ist absolut verständlich, auch wenn man für seine Gefühle eben nichts kann. Ich wäre auch verstört, wenn meine beste Freundin sich plötzlich in meinen Vater verlieben würde. Ooh, da kriege ich direkt eine Gänsehaut. :D
    Aber dein Beitrag ist sehr schön und verständlich geschrieben.

    Liebe Grüße
    Lisa

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