#WritingFriday #19 | Fliegen ist nichts für Feiglinge

Hallo ihr Lieben,

heute geht es wieder weiter mit dem #WritingFriday, nachdem ich letzte Woche einmal ausgesetzt habe. Es ist ja das letzte Mal, dass ein Juli-Thema drankommt. Daher hatte ich jetzt die Qual der Wahl. Aber ich habe ein Thema herausgepickt und das Ergebnis seht ihr hier.

Bei der Aktion #WritingFriday gibt uns die liebe Elizzy von Read Books and Fall in Love jeden Monat neue Schreibaufgaben vor, über die wir schreiben dürfen.

Das sind die Themen für den Juli 2018:

writing friday

Thema: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Er konnte tatsächlich fliegen!“ endet.

Fliegen ist nichts für Feiglinge

„Eigentlich ist es ganz einfach.“ Die Vogelmutter saß auf einem Ast oberhalb des Nests und ihre flauschigen Kinder sahen sie erwartungsvoll an. „Ihr stoßt euch einfach vom Nest ab und flattert mit den Flügeln.“ Die Mutter demonstrierte, was sie gerade gesagt hatte und fügte hinzu: „Ihr werdet sehen, es ist wirklich nicht schwer. Fridolin, du bist der Älteste, also mach du den Anfang.“

Fridolin hüpfte aufgeregt auf den Nestrand und breitete die Flügelchen aus.

„Sehr gut, und jetzt spring!“ Die Vogelmama flatterte über dem Nest auf und ab. Fridolin tat, was sie ihn geheißen hatte. Zunächst sackte er einen halben Meter ab, doch dann fing er sich und flog auf einen naheliegenden Ast.

„Gut gemacht, Fridolin. Noel, du bist als nächster dran.“

Ein Vögelchen nach dem anderen hüpfte aus dem Nest und flog ein paar Meter weit, als wäre es keine große Kunst.

Matz‘ Magen krampfte sich zusammen und er befürchtete, das Würmchen, das er gefuttert hatte, würde wieder herauskommen. Ihm war hundeelend. Sein kleiner Körper zitterte und er sah dabei zu, wie seine Geschwister alle erfolgreich flogen und vor stolz strahlten. Nur er selbst hatte schreckliche Angst vor dem Fliegen. Er wollte im sicheren Nest bleiben, dabei wusste er, dass er das nicht konnte. Es war an der Zeit, dass er flügge wurde.

„Matz, du bist dran.“ Die Vogelmutter landete neben ihm im Nest und strich ihm mit dem Flügel über den Flaum. „Hab keine Angst, es ist alles halb so schlimm.“

Zitternd nickte Matz und hüpfte auf den Rand des Nests. Er sah in die Tiefe und sofort wurde ihm ganz schwindelig.

„Ich kann das nicht“, piepste er und Tränen stahlen sich in seine Augen. „Das ist so hoch.“

„Wenn deine Geschwister das hinbekommen, schaffst du das auch“, sagte die Vogelmama und ließ sich neben ihm nieder. „Versuch’s einfach. Immer schön mit den Flügeln schlagen, dann passiert dir auch nichts.“

Matz breitete seine kleinen Flügelchen aus. „Was ist, wenn ich stürze und …“

„Du wirst nicht stürzen.“ Seine Mutter schüttelte ihren Kopf. „Jetzt spring!“

Matz machte einen Schritt nach vorne, taumelte und piepste entsetzt. Just in dem Moment gab seine Mutter ihm einen Stoß und er fiel tiefer und tiefer. Die Äste des Baumes sausten an ihm vorbei. Er wusste nicht, was passierte, es war alles so schnell. Panisch flatterte er mit den Flügeln. Der Boden kam immer näher. Ich will nicht sterben, dachte er. Nicht jetzt. Kurz bevor er auf den Grund aufschlug, fing er sich plötzlich und stieg wieder in die Höhe. Er konnte tatsächlich fliegen!


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4 Kommentare

  1. Hallo Emma,
    schön, dass es Matz noch geschafft hat! Wäre ja sehr schade um ihn gewesen. Wobei ich kurz vor Ende überlegt hatte, ob du dich trauen wirst, ihn scheitern zu lassen. Dann fiel mir ja ein, der letzte Satz ist positiv, Matz wird es schaffen. ;-)

    Mein BEITRAG heute verarbeitet die Aufgabe der vorgegebenen Wörter. Freue mich auf deinen Besuch.
    GlG, monerl

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  2. Hey Emma, du hast eine schöne Geschichte mit Happy End geschrieben. Ich hatte ja ganz kurz Angst, aber dann viel mir wieder ein, wie die Geschichte Enden sollte. Puuhh.. !
    Super! Liebste Grüße, Annie

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