#WritingFriday 14 | Gwennys Geschichte

Hallöchen zusammen,

heute melde ich mich endlich wieder zurück. Mein Blog ist wieder öffentlich und ich kann es gar nicht erwarten, hier wieder regelmäßig zu bloggen.

Heute ist Freitag, demnach steht wieder der #WritingFriday an, eine Aktion von Elizzy von Read Books And Fall In Love.

Beim #WritingFriday geht es darum, aus möglichen Aufgaben eine auszuwählen und darüber zu schreiben. Die Schreibthemen für den Juni sind folgende:

  • Ein freier Tag ohne Smartphone, Internet und Co, schreibe auf wie dieser bei dir aussehen würde.
  • Erzähle uns von einem Wunsch, denn du aus Angst noch nie angegangen bist.
  • Der Sommer beginnt, erzähle aus der Sicht eines Bikinis.
  • Du findest auf der Strasse ein Buch, welches sehr mitgenommen aussieht, plötzlich fängt es an mit dir zu sprechen. Schreibe das Gespräch auf.
  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Gwenny hatte nun endlich begriffen, dass sie weg gehen musste.“ beginnt.

writing friday

Mein Thema heute: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Gwenny hatte nun endlich begriffen, dass sie weg gehen musste.“ beginnt. 

Gwennys Geschichte

Gwenny hatte nun endlich begriffen, dass sie weg gehen musste. Ihr Vater stand ihr gegenüber und hatte die Hände zu Fäusten geballt. Sein Gesicht war knallrot und seine Unterlippe zitterte.

Gwenny zitterte auch, sogar am ganzen Körper. Sie hatte mit einer heftigen Reaktion gerechnet, aber nicht, dass sie derart heftig ausfallen würde.

Ihre Mutter saß auf dem Sofa, hatte die Hände vors Gesicht geschlagen und schluchzte laut. Gwenny hasste es, wenn ihre Mutter heulte – und noch mehr hasste sie es, wenn sie der Grund dafür war. Sie tat ihr immer so wahnsinnig leid, doch diesmal wusste sie, dass sie hart bleiben musste.

Es machte alles keinen Sinn mehr. Sie musste fort aus ihrem Elternhaus. Erst einmal zu Steffi, ihrer besten Freundin seit dem Kindergarten. Und dann? Irgendwo hin, wo sie nichts mehr von diesem verdammten Verein mitbekam.

Sie wollte alle Brücken abreißen, all das hinter sich lassen, was ihr Leben bisher so sehr geprägt hatte. Sie würde erst einmal in ein Loch fallen, das war ihr bewusst. Freundschaften würden zerbrechen und sie würde in eine Sinnkrise stürzen und erst einmal herausfinden müssen, was sie eigentlich mit dieser neu gewonnenen Freiheit anfangen wollte, die sie jetzt hatte.

Sie würde ihre Familie vermissen und die Geborgenheit in der Gemeinschaft. Gwenny war jetzt ganz auf sich allein gestellt. Es gab nur noch ein „sie“, kein „wir“ mehr.

„Geh mir aus den Augen“, knurrte ihr Vater. „Und lass dich nie wieder hier blicken.“

Ein Kloß bildete sich in Gwennys Kehle und nahm ihr fast die Luft zum Atmen. Sie nickte, blinzelte ein paar Tränen weg und drehte sich langsam um. Dann stieg sie die Treppe hinauf in ihr Zimmer. Sie zog ihren Koffer unter dem Bett hervor und öffnete ihn. Anschließend ging sie zu ihrem Schrank und suchte sich ein paar Klamotten zusammen. Sie packte alles, was sie nicht zurücklassen wollte, in ihren Koffer, bis dieser zum Bersten voll war.

Dann verließ sie damit das Haus ihrer Eltern. Sie lief so schnell sie konnte zur Bushaltestelle. Sah nicht mehr zurück. Tränen vernebelten ihr die Sicht und der Kloß im Hals schmerzte mit jedem Versuch, ihn hinunterzuschlucken.

Wenig später stand Gwenny vor dem Haus der Grubers. Sie klingelte und Frau Gruber öffnete die Tür.
„Gwenny?“ In ihrer Stimme schwang Sorge mit. „Wie siehst du denn aus?“
„Ist Steffi da?“
„Ja, natürlich. Komm doch herein.“
Gwenny betrat das Haus der Familie ihrer besten Freundin und zog ihren Koffer hinter sich her.
„Willst du bei uns einziehen?“, fragte Frau Gruber stirnrunzelnd.
„Steffi meinte, ich könnte erst mal bei euch unterkommen …“
„Ja, sicher. Aber was ist mit deinen Eltern? Wieso bist du von Zuhause weggelaufen?“
„Gwenny?“ Steffi kam die Treppe herunter. „Hast du es tatsächlich getan?“
„Ja“, sagte Gwenny und kaute auf ihrer Unterlippe herum.
Steffi nahm sie in die Arme und die beiden Freundinnen drückten sich innig. „Jetzt bist du meine persönliche Heldin.“
„Wissen deine Eltern, dass du hier bist?“ Frau Gruber sah Gwenny fragend an.
„Nein, aber die haben auch gesagt, dass ich ihnen nicht mehr unter die Augen treten soll.“
„Wieso, was hast du denn getan?“
„Ich bin endlich aus der verdammten Sekte ausgestiegen.“

Achtung!

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4 Kommentare

  1. Hallo Emma,
    ich dachte erst es geht um Gewalt in der Familie und war dann etwa verwirrt/neugierig. Das mit der Sekte hat mich überrascht und ich musste den Text glatt nochmal lesen. ;)
    Grüße, Katharina.

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