#WritingFriday #6: Was ist Schnee?

Huhu ihr Lieben,

heute ist wieder #WritingFriday und bevor das Wochenende startet, möchte ich mich wieder einer Schreibaufgabe der lieben Elizzy von Read Books And Fall In Love widmen.

Sie gibt uns jeden Monat mehrere Schreibthemen vor, von denen wir uns eines aussuchen und darüber schreiben können. Dies sind die Themen für Februar:

writing friday

Du erklärst einem Kind aus den Tropen, was Schnee ist

Ich weiß es noch, als wäre es erst gestern gewesen. Ich hatte mich bereiterklärt, den kleinen Afen in die Schule zu begleiten – ein gefährliches Unternehmen, da der Schulweg direkt durch den feuchten Dschungel führte. Schon eine Woche war ich in den glühend heißen Tropen, um den Menschen dort zu helfen. Eigentlich liebte ich meinen Job als Entwicklungshelferin, doch manchmal brachte mich die unerbärmliche Hitze an meine Grenzen.

Mit wachsamen Augen sah ich nach links und rechts, um sicher zu gehen, dass uns nirgends eine Giftschlange oder ein ähnliches gefährliches Tier im Dschungel auflauerte. Ich wischte mir den Schweiß von der Stirn und kämpfte mich langsam vorwärts. Afen folgte mir, schweigend, wie er meist war.

Meine Gedanken glitten zu meinen Eltern und Geschwistern zu Hause in Deutschland. Sie würden nun bald Weihnachten feiern und bestimmt war es kalt und der Schnee hatte Einzug gehalten. „Ich wünschte, es würde hier auch schneien“, sagte ich gedankenverloren.

„Schneien?“ Afen sah mich fragend an. „Was ist das?“
„Du weißt nicht, was Schnee ist?“
„Nein. Erklär es mir!“, forderte er mich auf.
Ich dachte einen Moment nach, dann sagte ich: „Schnee ist gefrorenes Wasser, das vom Himmel fällt in Form von tausend kleiner Flöckchen.“
„Gefrorenes Wasser?“ Afen machte große Augen. „Ist das dann nicht hart?“
„Aber nein, Schnee ist ganz weich – außer wenn man ihn in Form eines Schneeballs an den Kopf bekommt.“ Ich lächelte bei diesem Gedanken. Wie oft hatten meine Geschwister und ich früher Schneeballschlachten gemacht. „Schnee lässt sich formen. Man kann damit einen Schneemann oder ein Schneehaus bauen, ein sogenanntes Iglu.“
„Wow, wie toll!“ Afen musterte mich neugierig. „Wie fühlt sich Schnee an?“
„Kalt“, antwortete ich. „Wenn man ihn die warmen Hände nimmt, dann schmilzt er und wird wieder zu Wasser.“
„Das muss toll sein.“
„Ja, die Welt sieht ganz zauberhaft aus, wenn sie unter einer dicken Schneedecke liegt. Als wäre sie mit Puderzucker bestäubt. Märchenhaft, sage ich dir.“
Afens Augen leuchteten. „Wenn ich groß bin, werde ich dich besuchen und dann zeigst du mir den Schnee, ja?“
„Versprochen!“ Ich lächelte und strich ihm über’s Haar. In diesem Augenblick wünschte ich mir nichts sehnlicher, als dass ich ihm eines Tages wirklich Schnee zeigen konnte.

 

 

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