#WritingFriday #5: Ein vernachlässigtes Cello erzählt

Huhu ihr Lieben,

willkommen auf meinem Blog. Heute möchte ich mich wieder mit der Aktion #WritingFriday von der lieben Elizzy von Read Books And Fall In Love auseinandersetzen.

Jeden Monat gibt Elizzy uns bestimmte Schreibthemen vor, von denen wir uns eines aussuchen und darüber schreiben können.

Die Schreibthemen für Februar sind:

Heute wähle ich das Thema „Ein vernachlässigtes Cello erzählt“.

writing friday

Ein vernachlässigtes Cello erzählt

„Warte auf mich, ich komme mit!“

Ich sehe wie Anna sich ihre Inline Skates schnappt und ihrem Bruder hinterher eilt. Ein leises Seufzen dringt aus meinem Inneren. Inline Skating ist gerade ihre große Leidenschaft. Jeden Tag muss ich mit ansehen, wie sie ihre Rollerblades mir vorzieht. Mir, ihrem ehemals liebsten Freund.

Früher, ja früher hatte sie stattdessen täglich auf mir geübt. Anfangs klang ihr Spiel grauenerregend. Ihr Bruder pflegte zu sagen: „Na, Anna? Quälst du wieder dein Cello?“ Aber für mich war es keine Qual. Jeder Ton, den sie erzeugte brachte meinen Klangkörper zum vibrieren. Ich liebte Annas Spiel, auch wenn es alles andere als perfekt war. Doch es wurde mit der Zeit besser und Anna übte wirklich jeden Tag auf mir.

Donnerstags trug sie mich dann zur Musikschule und stellte dort ihr Können unter Beweis. Ich war stets sehr stolz auf sie, wenn sie mal wieder ein neues Lied, neue Töne und Lagen gelernt hatte. Sie würde irgendwann einmal sehr gut sein, da war ich mir ganz sicher.

Doch mit der Zeit verlor Anna da Interesse an mir. Andere Dinge wurden interessanter und Anna übte nicht mehr regelmäßig. Schließlich brach sie die Musikschule ab.

Seitdem stehe ich in ihrer Zimmerecke und fange Staub. Wenn ich denn ein Herz hätte, würde es mir brechen, beim Anblick von Anna, die mich keines Blickes mehr würdigt. Dabei wünsche ich mir doch so sehr, dass sie wieder einmal auf mir spielt. Die Musik hatte uns stets verbunden und uns zu Kameraden gemacht. Aber diese Zeit ist lange vorbei …

5 Kommentare

  1. Hallo Emma,
    ach, das erinnert mich an meine Kindheit. Ich hab Akkordeon gespielt, und das gern, aber das Üben mochte ich gar nicht! Ich hab es allerdings auch nie aufgegeben. Gut, es war auch teuer und ich hab mich dann verpflichtet gefühlt, auch bei der Stange zu bleiben. Jetzt bin ich froh darum, dass ich nicht wie die Anna aus deiner Geschichte aufgegeben hab!
    Für diesen #WritingFriday hab ich mich an die Aufgabe gewagt: Erkläre einem Kind aus den Tropen den Schnee.
    Liebe Grüße
    Daniela, der Buchvogel

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  2. Eine berührende Geschichte. Danke, dass du uns daran teilhaben lässt. <3
    Ich habe mich heute für das selbe Thema entschieden. :)

    Liebst,
    Rika

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