Die Vielfalt der Sexualitäten

Letztes Update: 23.09.2020

Sexuelle Anziehung ist vielfältig. Es gibt so viele verschiedene Sexualitäten, dass man leicht den Überblick über die Begrifflichkeiten verliert. 2016 habe ich eine Sexualitätenliste gesucht, doch nichts gefunden, das mich wirklich zufriedengestellt hätte. Also beschloss ich, kurzerhand selbst eine Liste mit allen Sexualitäten zu erstellen, von denen ich höre. So ist dieser Blogpost entstanden, der immer wieder geupdatet wird.

Homo-, Bi- und Transsexualität dürften den meisten Menschen geläufig sein. Aber hast du auch schon mal von der Sapiosexualität oder der Demisexualität gehört? Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Pansexualität und Bisexualität? Im Folgenden bringe ich Licht ins Dunkel. Viel Spaß beim Stöbern und Lernen.

Die Vielfalt der Sexualitäten - Sexualitätenliste von Emma Escamilla

Wichtig ist auch anzumerken, dass nicht jede „Sexualität“ eine sexuelle Orientierung beschreibt. Die Intersexualität, sowie die Transsexualität bezeichnen beispielsweise die sexuelle Identität eines Menschen. Doch auch auf diese Begriffe gehe ich hier kurz ein.

Ganz am Schluss gibt es als I-Tüpfelchen eine Übersicht über verschiedene Pride-Flaggen.

Wenn du noch eine Sexualität kennst, die hier nicht aufgelistet ist, schreib sie gerne in die Kommentare. Diese Liste lebt davon, ständig erweitert zu werden.

Heterosexualität

Heterosexualität beschreibt das sexuelle und romantische Interesse an Personen einen anderen Geschlechts. Leider wird die Heterosexualität oft als „normal“ betrachtet. Dabei ist jede sexuelle Orientierung vollkommen normal und keine Krankheit. Leider ist dies in unserer Gesellschaft noch nicht so ganz angekommen. Es gibt zwar mittlerweile viele, vor allem junge Leute, die Menschen mit abweichender Sexualität tolerieren, doch es halten sich noch immer Vorurteile. In vielen Ländern ist die Ehe heterosexuellen Personen vorbehalten. In der Evolution spielte die Heterosexualität eine wichtige Rolle wegen der Fortpflanzung. Mittlerweile gibt es auch Möglichkeiten für homosexuelle Paare, Kinder zu haben.

Übrigens, die Aversion gegen heterosexuelle Personen bezeichnet man als Heterophobie.

Homosexualität

Die Homosexualität beschreibt das sexuelle und romantische Interesse an Personen des gleichen Geschlechts. Homosexuelle Männer bezeichnet man als „schwul“ oder „androphil“, homosexuelle Frauen als „lesbisch“ oder „gynäkophil“. Das Symbol der Homosexualität ist eine Regenbogenfahne. Diese sollte nicht mit den Fahne der PACE-Friedensbewegung verwechselt werden. Im Gegensatz zu dieser enthält die Fahne, die für die Schwulen- und Lesbenbewegung steht, nur sechs Farben, die in umgekehrter Reihenfolge angeordnet sind (Rottöne oben, Blautöne unten) und trägt keinen Schriftzug (siehe Bild oben).

Homosexualität ist völlig natürlich und kommt auch im Tierreich vor. Mittlerweile gibt es immer mehr Länder, die die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert haben, zum Beispiel in großen Teilen Nord- und Südamerikas, Südafrika, sowie einige europäische Länder wie Frankreich, Spanien, Portugal, Großbritannien, Irland und Skandinavien. Auch in Deutschland ist die „Ehe für Alle“ seit dem 1. Oktober 2017 legal.

In Teilen Afrikas und Asiens ist die Homosexualität noch per Gesetzt verboten und wird bestraft, in manchen Ländern wie Saudi-Arabien, Jemen, Iran, Afghanistan, Mauretanien und Sudan sogar mit dem Tod. Dies stellt eine große Menschenrechtsverletzung dar, gegen die Organisationen wie Amnesty International ankämpfen.

Viele gleichgeschlechtliche Paare haben heutzutage Kinder, sei es durch eine Samenspende oder eine Adoption. Für diese Kinder ist es vollkommen normal, dass sie eben zwei Mamas oder Papas haben.

Leider ist die sogenannte Homophobie in manchen Teilen der Erde noch sehr verbreitet. Sie beschreibt die Aversion gegen Homosexuelle. Auch bei uns in Deutschland haben Homosexuelle noch immer mit Vorurteilen zu kämpfen. Schwule Männer werden oft als verweichlicht und sehr feminin dargestellt, während es für lesbische Frauen das Bild der „Kampflesbe“, einen sehr burschikosen Frauentyp, gibt. Natürlich gibt es Schwule und Lesben, die diesen Klischees entsprechen, doch sie sind längst nicht die Norm. In der LGBTQIA+ Szene gibt es aber Begriffe für bestimmte Charaktertypen. So gibt es unter Lesben beispielsweise die Rollenbilder „femme“, einen sehr femininen Frauentyp, und „butch“, einen eher maskulin wirkenden Frauentyp.

Ein wichtiges Thema für Homosexuelle ist das sogenannte „Coming-out“. Es beschreibt das Ereignis, bei dem der oder die Homosexuelle seine sexuelle Orientierung offen bekannt macht. Das kann im engsten Familienkreis, im Freundeskreis oder auch unter Kollegen und flüchtigeren Bekannten sein. Coming-outs müssen nicht immer komplett erfolgen, meist weihen die Betroffenen erst ihre Liebsten ein, bevor sie in der Öffentlichkeit dazu stehen. Für Homosexuelle ist das Coming-out ein wichtiger Schritt in ihrem Leben, der nicht immer ohne Probleme verläuft. Es kommt immer darauf an, wie die Eingeweihten zur Homosexualität stehen.

Bisexualität

Die Bisexualität (auch „Ambisexualität“) bezeichnet das sexuelle Interesse an zwei oder mehr (aber nicht allen) Geschlechtern. Das heißt aber nicht, dass ein*e Bisexuelle*r gleichzeitig mehrere Beziehungen mit Menschen unterschiedlicher Geschlechtsidentitäten eingehen möchte (das wäre Polyamorie). Dass alle Bisexuelle polyamor sind, ist ein verbreitetes Vorurteil, mit dem ich hiermit aufräumen möchte. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, die sich nicht mit einem/einer Partner*in zufrieden geben, doch diese sind nicht die Regel.

Bisexuelle stehen oft vor dem Problem, dass sie sich weder Heterosexuellen, noch Homosexuellen wirklich zugehörig fühlen. Meist ordnen sie sich abhängig davon ob sie sich in einer hetero- oder homosexuellen Beziehung befinden, den jeweiligen Gruppen zu.

Der Psychologe Sigmund Freud behauptete, dass jeder Mensch bisexuell sei. Nur aufgrund gesellschaftlicher Zwänge und Tabus würden die meisten Leute den homosexuellen Teil unterdrücken. Auch im Tierreich kommt Bisexualität weit häufiger vor, als man erahnen würde. So gelten zum Beispiel Bonobos als bisexuelle Tiere.

In der griechisch-römischen Antike und in der islamischen Welt galt Bisexualität nahezu als universelle Norm. Dies ist auch in vielen alten Kunstwerken und Schriften festgehalten.

Asexualität

Die Asexualität beschreibt die Abwesenheit sexueller Anziehung. Asexuelle Menschen legen keinen Wert auf Sex und haben kein Interesse daran. Sie sind aber sehr wohl in der Lage, romantische Liebe zu empfinden und wünschen sich oft eine Beziehung, allerdings auf rein platonischer Basis.

Dies wird vor allem dann zum Problem, wenn der Parnter oder die Parnterin nicht asexuell sind und/oder wenn ein Kinderwunsch besteht. Viele Asexuelle lassen Sex aus rein zweckgebundenen Gründen über sich ergehen, manche lehnen ihn ganz ab, weil sie ihn schlichtweg als unangenehm empfinden.

Ein Asexueller kann allerdings durchweg eine Libido besitzen und zum Beispiel Lust auf Masturbation empfinden.

Asexuelle betrachten ihre Asexualtät nicht als Krankheit, da sie keinen Leidensdruck empfinden. Sie sind eben ohne Sex glücklich.

Allosexualität

Die Allosexualität stellt den Gegenpol zur Asexualität dar – also, dass man sexuelle Anziehung empfindet. Hetero-, Homo- und Bisexualität wären Beispiele der Allosexualität.

Transsexualität

Die Transsexualität beschreibt einen Zustand, in dem der/die Betroffene das Gefühl hat, im Körper des falschen Geschlechts geboren worden zu sein. Häufig empfinden Transsexuelle Ekel oder starke Abneigung gegen ihre Geschlechtsteile und ihren Körper (das nennt man „Gender Dysphoria). Sie bevorzugen Interessen, Verhaltensweisen und Kleidung, die typisch für das andere Geschlecht sind. Man sollte sie aber nicht mit den sogenannten Transvestiten verwechseln, die lediglich die Kleidung des anderen Geschlechts tragen. Transexuelle möchten ihr Geschlecht komplett angleichen.

Manche Transsexuelle nehmen chirurgische Eingriffe und Hormonbehandlungen in Kauf, um sich ihrem Wunschgeschlecht so gut wie möglich anzugleichen. Das ist kein einfacher Weg, allerdings ist abzuwägen, ob ein weiteres Leben im „falschen Körper“ nicht noch viel leidvoller wäre.

Nach der ICD-10, der Internationalen Klassifizierung von Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme der Weltgesundheitsorganisation WHO, galt Transsexualtät bis zum Neuentwurf 2017 noch als Geschlechtsidentitätsstörung, die zu den Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen zählte. Im Neuentwurf ICD-11 wird Transsexualität jedoch als medizinischer Zustand „gender incongruence“ (geschlechtliche Nichtübereinstimmung) und nicht mehr als psychische Störung bezeichnet.

Cissexualität

Unter Cissexualität oder auch dem Begirff „Cis-/Zisgender“ versteht man Menschen, die in dem Geschlecht geboren wurden, dem sie sich zugehörig fühlen. Das trifft auf die meisten Menschen zu. Die Cissexualität ist also das Gegenteil von der Transsexualität. Den Begriff hat der Sexualwissenschaftler Volkmar Sigusch im Jahr 1991 eingeführt. Es soll ausdrücken, dass das Gefühl, im richtigen Geschlecht geboren zu sein, keine Selbstverständlichkeit ist.

(Danke an Marlene Anzengruber für diesen Hinweis.)

Metrosexualität

Unter Metrosexualität versteht man einen extravaganten Lebensstil heterosexueller Männer, der vom maskulienen Rollenbild abweicht. Meterosexuelle Männer lassen Eigenschaften zu, die man eher dem Lebenstil von Frauen oder schwulen Männern zurechnet. Dies spiegelt sich auch im Kleidungsstil des Mannes wieder. Metrosexuelle Männer treten oft sehr gepflegt auf, gehen gerne Shoppen und benutzen teilweise auch Make-up und Stylingprodukte.

Die Kosmetik- und Modeindustrie unterstützt diesen Typus in der Werbung. Als prominenter Vertreter der Metrosexualtät gilt der Fußballstar David Beckham.

Sapiosexualität

Die Sapiosexualtät bezeichnet die sexuelle Anziehung zum Intellekt einer anderen Person. Der Betroffene verspürt ein besonderes sexuelles Interesse an sehr intelligenten Menschen. Seine Anziehung ist also auf den Geist der anderen Person, nicht auf ihren Körper gerichtet.

Sapiosexualtät kann begleitend zu jeder anderen sexuellen Orientierung vorkommen. Sie ist nicht auf ein bestimmtes Geschlecht ausgerichtet.

Vor allem in der Zeit des Online-Datings wurde Sapiosexualität ein immer wichtigerer Begriff. Im Internet lernt man sich erst auf geistiger Ebene kennen, bevor man sich im „Reallife“ trifft und auch eine körperliche Anziehung entwickeln kann. Eine geistreiche Unterhaltung kann von Sapiosexuellen schon als „Vorspiel“ gewertet werden, was unter Umständen sogar noch mehr genossen wird, als die körperliche Liebe und der sexuelle Akt an sich.

Intersexualität

Intersexualität bezeichnet in der Medizin den Zustand, dass Personen genetisch, anatomisch oder hormonell nicht einem bestimmten Geschlecht zugeordnet werden können. Bekannter ist vielleicht die Bezeichnung „Zwitter“, die aber möglichst nicht genutzt werden sollte. Intersexuelle Menschen lehnen den Begriff „Störung“ ab, manche ordnen sich auch einem Dritten Geschlecht zu.  Dennoch gilt die Intersexualität noch heute als „Störung der Geschlechtsentwicklung“.

Früher, ab den 1960er Jahren, wurden Säuglinge, deren Geschlecht nicht eindeutig festgelegt werden konnte, meist noch im Neugeborenenalter operiert und einem Geschlecht angeglichen. Diese Operationen erfolgten meist ohne Einwillung der Eltern und ohne ausreichende Aufklärung dieser über die Risiken der Eingriffe, sowie ohne zwingende medizinische Indikation. Dies ist heute nicht mehr so. Heute haben Intersexuelle ein Wahlrecht bezüglich ihres Geschlechts und bekommen eine Therapie, die nicht nur anatomische und physiologische, sondern auch psychische, psychosoziale und rechtliche Aspekte integriert.

In manchen Ländern, z. B. Indien, Brasilien und Nordamerika, gibt es ein drittes Geschlecht, das offiziell in den Pass eingetragen werden kann. In Deutschland wurde der Eintrag des dritten Geschlechts „divers“ am 1. Januar 2019 ebenfalls eingeführt. Als „divers“ gelten Personen, die nicht als eindeutig männlich oder weiblich eingestuft werden können.

Demisexualität

Die Demisexualität bezeichnet Menschen, die eine andere Person erst dann sexuell anziehend finden, wenn sie eine starke emotionale Bindung zu ihr aufgebaut haben, beispielsweise in einer romantischen Beziehung.

Man redet hierbei auch von „sekundärer sexueller Anziehung“. Während Menschen mit einer primären sexuellen Anziehung auf sofort erkennbare Merkmale wie Aussehen, Stimme, Kleidungsstil, Mimik oder Gestik reagieren, fühlen Menschen mit sekundärer sexueller Anziehung sich von Merkmalen angezogen, die man erst beim näheren kennenlernen erfährt, wie beispielsweise der Charakter, Humor, Verhalten usw. Demisexuelle kennen nur sekundäre sexuelle Anziehung.

Daraus folgt, dass sich Demisexuelle also kaum von Pornos oder attraktiven Personen angesprochen fühlen. Sie können nichts damit anfangen, wenn Gleichaltrige jemanden „scharf“ finden, aufgrund äußerlicher Aspekte. Demisexuelle sind deshalb jedoch noch lange nicht prüde. Sie möchten schon Sex haben, doch oftmals wissen sie nicht, mit wem. Von spontanen Sexabenteuern halten Demisexuelle überhaupt nichts. Personen, für die sie sich interessieren, möchten sie näher kennenlernen, lange bevor sie eine sexuelle Anziehung entwickeln.

In Beziehungen kommen Demisexuelle oft in Bedrängnis, da ihre Partner/innen häufig viel früher Sex wollen, als sie selbst. Einige Demisexuelle lassen sich dann dazu überreden oder sehen es gar als ihre Pflicht an, den/die Partner*in sexuell zu befriedigen.

Dates machen Demisexuelle nervös. Wenn sie die Wahl hätten, würden sie am liebsten Menschen daten, mit denen sie bereits befreundet sind und die sie schon besser kennen.

Pansexualität

Pansexualität ist eine sexuelle Orientierung, bei der die Betroffenen für Menschen jeder Geschlechtsidentität sexuelle Anziehung empfinden können.

Die Pansexualität unterscheidet sich von der Bisexualität darin, dass sie allumfassend ist, während Bisexuelle sich „nur“ von zwei oder mehr Geschlechtern angezogen fühlen. Das sexuelle Interesse von Pansexuellen bezieht also z. B. auch non-binäre oder intersexuelle Geschlechter mit ein.

Der Begriff „Pansexualität“ kommt aus dem Griechischen wobei die Vorsilbe „pan“ für „alles, gesamt“ steht.

Omnisexualität

Die Omnisexualität ist der Pansexualität ähnlich und wird oft für dasselbe gehalten. Das ist aber nicht der Fall. Omnisexuelle Personen sind nicht genderblind und können, müssen aber nicht, ein oder mehrere präferierte Geschlechter haben. Außerdem besteht auch die Möglichkeit, dass sie lediglich bestimmte Eigenschaften nur bei bestimmten Geschlechtern attraktiv finden.

(Danke an Levinia für diesen Hinweis)

Monosexualität

Die Monosexualität beschreibt eine sexuelle Orientierung, bei der der/die Betroffene sich nur zu einem Geschlecht hingezogen fühlt. Unter diesen Überbegriff fallen die Hetero- und Homosexualität.

Polysexualität

Die Polysexualität bildet das Gegenteil zur Monosexualität. „Poly“ steht für „viele“ und bedeutet, dass ein Mensch sich zu mehreren Geschlechtsidentitäten hingezogen fühlt, allerdings nicht unbedingt zu allen. Darunter fallen die Bi- und Pansexualität.

Objektsexualität

Als Objektsexualität wird die sexuelle Anziehung von Menschen auf unbelebte Objekte bezeichnet. Der Begriff wurde von Eija-Riitta Eklöf-Berliner-Mauer geprägt, die damit eine eigene sexuelle Orientierung und damit eine Abgrenzung zum Fetischismus festlegen wollte. In der psychologischen oder medizinischen Wissenschaft ist dieser Begriff jedoch noch nicht etabliert.

Gastrosexualität

Gastrosexualtät bezeichnet Männer, die kochen, um Freunde oder auch potentielle Partner/innen zu beeindrucken. Der Begriff wurde geprägt, als männliche Köche wie wie Jamie Oliver und Gordon Ramsay immer beliebter wurden und Männer inspirierten, selbst auch zu kochen.

Vegansexualität

Menschen, die sich dieser Sexualität zugehörig fühlen, gehen keine sexuellen Beziehungen mit Leuten ein, die Fleisch verzehren. Das hat für sie ethnische Gründe.

Pomosexualität

Pomosexuelle sehen bereits bestehende Sexualitäten als „Schubladendenken“ an und fühlen sich keiner sexuellen Orientierung zugehörig.

Skoliosexualität

Diese Sexualität wird auch „Ceterosexualitat“ genannt. Darunter versteht man die sexuelle Anziehung von Menschen, die sich nicht-binär definieren. Also z. B. bigender oder agender. Cissexuelle sind davon ausgeschlossen.

Graysexualität

Graysexuelle Menschen befinden sich zwischen der Allosexualität und der Asexualität. Sie können auch homo-, bi-, oder heteroseuxell sein.

Autosexualität

Der Begriff Autosexualität beschreibt eine Person, die eher sexuelles Interesse an der eigenen Person, als an anderen Personen hat. Soll heißen, dass man sich z. B. lieber selbst befriedigt, als mit einer anderen Person Sex zu haben.

Proculsexualität

Unter Proculsexualität versteht man sexuelle Anziehung zu Personen, die unerreichbar sind und mit denen der/die Betroffene niemals eine sexuelle oder romantische Beziehung eingehen kann, wie z. B. Stars oder auch fiktionale Charaktere (letzteres wird auch als Fictosexualität bezeichnet).

(Danke an Chiara für diesen Hinweis)

Schlussgedanken

Kennst du noch weitere Begriffe, die man hier ergänzen aufführen könnte? Hast du die hier aufgelisteten Sexualitäten schon alle gekannt? Lasse mir doch einen Kommentar da. Ich freue mich über jegliches Feedback :)

Ach ja, und hier die versprochene Pride-Flaggen-Grafik:

Die Pride Flaggen - Infografik von Emma Escamilla
Grafik von Emma Escamilla

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21 Kommentare

  1. Zum Verständnis der Bisexualität bedingt es der Differenzierung zur und in erster Linie des Einbezuges der Ambisexualität. Die beiden Begriffe sind der Biologie entnommen und schaffen miteinander für klare(re) Verhältnisse darin.

    Insofern man eine klärende Trennung vornimmt, in welcher die Bisexualität ihren Anwendungsbezug erhält über die Maßgabe, bzw. gleichzeitige Präsenz beider Geschlechter und die Ambisexualität sich auf beide Geschlechter, jedoch differenziert dazu, unspezifiziert/wechselnd in Betracht zieht, werden spezifische Besonderheiten darin ersichtlich.

    Bei der Ambisexualität handelt es sich nämlich entsprechend der Unspezifiziertheit um eine Unausgeprägtheit der sexuellen Orientierung, welche von diesem Verhältnis ausgehend abtrennt von der Spezifiziertheit der Bisexualität.

    Somit kann man bezüglich der Bisexualität das spezifische Verhältnis der Dreien klären, welches zum Vorschein bringt, daß eben nicht alle drei zu zwei Geschlechtern einen Bezug pflegen. Es verdeutlicht, daß das binäre Prinzip des Geschlechts darin nicht der Maßstab ist, sondern die sexuelle Konstitution.

    Darüber gelangt man zur eigentlichen/tasächlichen sexuellen Konstitution, in welcher ein Gegenüber nicht nur Mann oder Frau, sondern bisexueller Konstitution sein muß, um als solches gehändelt zu werden.

    Die bisexuellen Dritten treten vor allem darüber in Erscheinung und somit klärt sich auch das Ganze.

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  2. Wenn Transsexuell und Intersexuell hier in dieser Liste dabei stehen, würde ich es begrüßen, wenn auch das Wort Cisgender/Zisgender/Cissexuell dazu genommen wird. Dadurch, dass der Begriff nicht so weit verbreitet ist, machen viele noch den Fehler, dass viele Menschen sagen, sie sind „normal“ weil sie eben weder Trans- noch Intersexuell sind.

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Marlene,

      vielen Dank für den Hinweis. Ich habe den Artikel nun um die Cissexualität/Cisgender ergänzt. Du hast recht, man sollte sie durchaus hier aufführen.

      Liebste Grüße
      Emma

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  3. Vielen Dank.
    Du hast mir sehr geholfen. Ich war mir eigentlich immer sehr sicher, dass ich heterosexuell sei(ich bin weiblich), doch in letzter Zeit hatte ich immer mehr das Gefühl auch mit einer weiblichen Person eine Beziehung eingehen zu können. Ich habe immer nur von hetero-, homo-, bi- und transsexuell gehört und wusste nicht, was ich damit anfangen sollte. Jetzt weiß ich Bescheid. Danke.
    Allerdings habe ich noch eine Frage. Bezieht sich metrosexuell nur auf das männliche Geschlecht? Ich bin ja weiblich, doch ich habe nur sehr wenige weibliche Charakterzüge. Ich mag kein rosa oder pink (ich weiß, das ist nicht NUR ein weiblicher Charakterzug, wollte es nur erwähnt haben), ziehe keine Röcke und kaum Kleider an, ich hätte auch nichts gegen eine Kurzhaarfrisur. Ich bin sehr interessiert an Kampfsport und allgemein an Kämpfen, und ich bin auch gar nicht weinerlich und auch gar nicht schmerzempfindlich. Ich wollte nur mal fragen, ob es dafür auch eine Bezeichnung gibt. Ich meine, wenn es eine Bezeichnung für das männliche Geschlecht gibt, müsste es ja auch eine Bezeichnung für das weibliche Geschlecht geben.
    Ich würde mich auf eine Antwort freuen.

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    • Hallo Simone,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Freut mich, wenn dir mein Artikel weiterhelfen konnte. Soviel ich weiß, bezieht sich Metrosexualität tatsächlich nur auf Männer. Bei einer Frau, die sich eher „männlich“ gibt und verhält, spricht man von einem „Tomboy“. Ich weiß nicht, ob es noch andere Begriffe dafür gibt, aber dieser ist mir eben bekannt. Mehr Infos über Tomboys findest du auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Tomboy
      Ich hoffe, ich konnte dir damit weiterhelfen. Übrigens sehe ich mich auch selbst als ein Tomboy an, auch wenn man das vielleicht erst mal nicht vermutet.
      Liebste Grüße
      Emma

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  4. Hey, es ist zwar sehr interressant, aber ich verstehe die letzte Sexualität nicht. Wenn man Schubladendenken nicht mag, warum erfindet man dann eine Schublade um sich selbst unterzubringen? Das blicke ich nicht. Ansonsten kannte ich wirklich schon alle… Ich bin jetzt schon etwas überraschT!

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    • Hallo Jana,

      danke für deinen Kommentar. Ja, das ist eine sehr gute Frage, die ich leider auch nicht zu beantworten weiß. Vielleicht haben nicht die Leute, die pomosexuell sind, diesen Begriff geprägt, sondern Außenstehende, die dafür einen Begriff wollten, um sie zuordnen zu können. Anders kann ich mir das auch nicht erklären.

      Liebste Grüße
      Emma

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  5. Hallo Emma,
    danke für diese sehr ausführliche Erklärung zu den einzelen Sexualitäten.
    Jedoch ist mir ein kleiner Fehler aufgefallen: Omnisexualität ist keineswegs ein anderer Begriff für Pansexalität, da Omnisexuelle Menschen nicht genderblind sind.
    Außerdem können sie, müssen aber nicht, das Geschlecht bevorzugen, zu dem sie sich am meisten hingezogen fühlen.
    Auch können sie manchmal bestimmte Eigenschaften nur bei bestimmten Geschlechtern attraktiv finden.

    Alles Liebe
    Levinia

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    • Hallo Anonymous,

      ich habe „non-binär“ nicht aufgenommen, weil es keine Sexualität, sondern ein Gender bzw. eine Geschlechtsidentität ist (wie Transsexualität/Cis eigentlich auch, aber die habe ich wegen des „Sexualität“-Begriffs aufgenommen. Sind aber eigentlich auch keine Sexualität). Du findest mehr Infos darüber in diesem Artikel: https://emma-escamilla.com/2017/03/17/zwischen-den-geschlechtern/

      Ich plane aber, nochmal einen ausführlichen Artikel über mehr verschiedene non-binäre Geschlechtsidentitäten zu schreiben.

      Liebe Grüße
      Emma

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  6. Liebe Emma
    Ich bin erst 13 finde aber das sich jeder mit solchen Themen wie Sexualität beschäftigen sollte.
    Dein toller Bericht hat mir sehr gefallen und weitergeholfen.
    Ich bin mir sicher das ich zu einer der sexualitäten dazu gehöre aber ich bin mir nicht sicher zu welcher da ich mich mit vielen identifizieren kann.
    Ich hab mal von der Sexualität Questening gehört. Also das man sich nicht sicher ist zu welcher Sexualität man gehört.Kennst du diese?
    Vielleicht könntest du mir da weiterhelfen.

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Isabell,

      vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Ich habe mich sehr darüber gefreut.

      Ich finde es total klasse, dass du dich bereits mit 13 mit diesem Thema auseinandersetzt. Ich gebe dir absolut recht und finde es auch wichtig, dass sich Menschen damit beschäftigen. Wenn sich jeder darüber informieren würde, hätten wir viel weniger mit Diskriminierung und Vorurteilen zu kämpfen.

      Gut, dass du Questioning ansprichst. Das sollte ich eventuell auch noch in die Liste aufnehmen.

      Es ist total normal, dass du noch nicht weißt, welche Sexualität du hast. Du befindest dich gerade im Übergang zwischen Kindheit und Erwachsensein und entdeckst gerade erst deine Sexualität. Aber auch Menschen, die viel älter sind als du, sind manchmal noch unsicher, je nachdem, wann sie angefangen haben, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

      Die Pubertät ist eine sehr herausfordernde, aber auch spannende Zeit. Du wirst Stück für Stück herausfinden, was du wirklich im Leben möchtest und auch in welche Richtung es dich sexuell zieht. Es kann sein, dass du eine Weile glaubst, eine bestimmte Sexualität zu haben, aber dann nach ein paar Monaten oder Jahren deine Meinung änderst. So ging es mir zumindest und ich habe auch von anderen gehört, dass sie sich lange nicht sicher waren. Seine Sexualität herauszufinden braucht Zeit. Nimm dir diese Zeit! Probiere aus, beobachte dich selbst, beschäftige dich weiterhin mit dem Thema und vor allem: Hör auf dein Herz! :)

      Übrigens schließen sich manche Sexualitäten nicht gegenseitig aus. Du kannst zum Beispiel gleichzeitig bisexuell und sapiosexuell sein. Oder lesbisch und demisexuell.

      Ganz wichtig ist auch, dass du das mit den Begriffen nicht zu starr siehst. Jeder Mensch ist einzigartig und hat seine eigenen Vorlieben. Und bei manchen Menschen sind sie sehr ausgeprägt, bei anderen weniger. Beispielsweise kann man bisexuell sein, sich aber mehr zu Männern, als zu Frauen hingezogen fühlen. Oder andersherum. Klar ist es einfacher, wenn man einen Begriff für seine Sexualität hat. Aber die Begriffe sind auch nicht in Stein gegossen und jeder empfindet anders.

      Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen. Wenn du noch weitere Fragen hast, kannst du dich gerne nochmal melden oder, wenn du es nicht öffentlich diskutieren möchtest, mir eine E-Mail schicken. :)

      Liebe Grüße
      Emma

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